Text zum Austritt von Michael Höntsch zurückgezogen

Es ist auf POTEMKIN bisher noch nicht vorgekommen, dass ein Text zurückgezogen wurde. Im Gegensatz zur Unfehlbarkeit unserer Parteispitzen ist es jedoch das Privileg einfacher Mitglieder Fehleinschätzungen als solche kenntlich zu machen. Denn die Debatte über Lötzsch Kommunismus-Äußerungen hat im Nachhinein gezeigt, dass DIE LINKE sehr wohl ein unausgesprochenes Demokratiedefizit besitzt. Ferner gibt es in der Partei ein einflussreiches Milieu von Ewiggestrigen, denen ihre DKP-Vergangenheit und ihr gewerkschaftlicher Bürokratismus wichtiger sind, als die Erfahrungen der 68er-Generation oder die Ergebnisse bürgerlicher Protestbewegungen der Bundesrepublik der achtziger Jahre. Gelinde gesagt gibt es teilweise sogar offene Verachtung für die gewachsene Erfahrung aus letztgenannten demokratischen und emanzipativen Prozessen.

Wer in diese Situation den Kampf mit den politischen Restposten einer falschen Ikonisierung despotischer Größen der Vergangenheit aufgibt, weil ihm dafür schlichtweg die Puste ausgeht, sollte auf mehr Verständnis bei denen stoßen, die diese Auseinandersetzung in der Partei noch führen. Ein Stalinist in der Partei sollte einem nicht näher stehen als ein Demokrat in der SPD oder bei den Grünen. Auch wenn die Kritik an der Art und Weise des Austritts von Michael Höntsch bestehen bleibt, so doch nicht die inhaltliche Beurteilung der Beendigung seiner Mitgliedschaft. Verärgerung über den Verlust eines Genossen, der in unsere Partei Hoffnungen und Engagement gesteckt hat, ist ein schlechter Ratgeber für die Veröffentlichung von Artikeln. Grund genug also den Text von der Seite zu nehmen. Mögen Michaels Wünsche nach dem Kampf um eine gerechtere Gesellschaft in der SPD mehr Erfüllung finden.

Ciao und Auf Wiedersehen Michael!

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