Gebrauchter Porsche ohne Manieren billig abzugeben?

Wer in den letzten Tagen die Presse verfolgt, wird das Gefühl nicht los, dass die beiden Vorsitzenden der Partei Die Linke endlich einen gemeinsamen Wirkungszusammenhang entwickeln. Während der eine kein Fettnäpfchen auslässt um sich selber zu demontieren, springt ihm Lötzsch zur Seite, um mit noch mehr Unbeholfenheit das feindliche Pressefeuer auf sich zu lenken. Ernst hat die Lektion aber scheinbar nicht begriffen. Denn mit seinem aktuellen Stern-Interview lockt der gerade flügellahm geschossene Ernst die vereinigte journalistische Jagdgesellschaft von Lötzsch wieder weg, nur um sich selber erneut als Beute zu präsentieren. Das ist wohl Pressegeilheit in ihrer bizarrsten Form. Selbst der misslungene Auftritt von Lötzsch bei Maybrit Illner kann hier nicht mehr helfen. Die politischen Kommentatoren werden wohl nicht mehr vom bayuwarischen Austin Powers linker Realsatire lassen. Und das hat auch seinen Grund: Lötzsch hat bei ihrer öffentlichen Demontage einen viel höheren Mitleidsfaktor. Der fleischgewordene Alptraum hochdeutscher Sprachforschung verkörpert dagegen das draufgängerische Bonzentum und die soziale Kälte von Gewinnern der Spaltung der Gesellschaft so sehr, dass ihn die bürgerliche Presse als Kampagnenchimäre gegen Die Linke eigentlich hätte erfinden müsste, wenn es diesen so genannten Vorsitzenden nicht leider schon geben würde.

Dabei ist die Frage um die kurzweilige Endlichkeit des gefühlten Chefs der .Kommunistischen Partei Vulgariens. längst entschieden. Wer mit Fäkalinjurien angereichert zum Angriff gegen eigene Mitglieder bläst, darf sich in der Parteienlandschaft völlig verdient das Prädikat .besonders überflüssig. an den Hemdkragen heften. Kein Mensch braucht einen Vorsitzenden, der mit offener Verachtung über ein vermeintlich schlecht gelauntes, fingernagelbedrecktes und angeblich kulturloses Submilieu fabuliert, welches es Ernst offensichtlich erschwert seinen Zehn-Euro-Wein zu genießen. Vom letztgenannten Kulturgetränk hatte sich Ernst ein Kistchen von seiner Almhütte mitgebracht. Es wird aber sein Geheimnis bleiben, warum er wohl die ganze Kiste kurz vor dem Stern Interview in sich reingurgeln musste. Aber man(n) hat´s ja und man(n) zeigt es eben gern.

Was könnte Ernst noch retten? Gegebenfalls eine rasante Fahrt mit seinem Porsche auf die Rednerbühne des nächsten Parteitages. Mit qualmenden und quietschenden Reifen, aber bitte ohne Redebeitrag, kann er den wenigen Hartz-IV-Empfängern unter den Delegierten die ganze lustvolle Palette kapitalistischer Konsumerotik vorführen. Und der Gewinner des basisnahen Preisausschreibens .Warum ein Parteivorsitzender niemals irrt. darf eine Runde ums Karl-Liebknecht-Haus mit High-Speed-Klaus drehen. Der Zweitplazierte darf Ernst (pünktlich) in sein Lieblingstheater begleiten. Das königlich bayrische Amtsgericht spielt auf zum lustigen Einakter .Ja wo sann die arbeitsunwilligen Sozialschmarotzer.. Ein Spaß für die ganze Familie der arbeitsfetischistischen Parteigrößen, die das Bedingungslose Grundeinkommen für den Vorort der Bonzenhölle halten. Alles nur Ironie? Warten wir es ab. Zum Glück regt sich langsam Widerstand gegen den vom Schampus-Ernst zum Bohème-Klaus mutierten Franken.

Es liegt an den linksemanzipatorischen Kräften der Partei, diesen Widerstand nicht allein den Reformsozialisten zu überlassen. Vielleicht kann die Partei dann vor größerem Schaden bewahrt werden, wenn in einer nicht allzu entfernten Zukunft im politischem Restpostenanzeiger folgende Verkaufsannonce zu lesen ist: .Gebrauchter Porsche, geringe Laufleistung und ohne Manieren, billig abzugeben..
(jpsb)

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