Was Die Linke von den Amerikanern lernen kann

Die Linke, das ist eine Volkspartei im Osten der Republik, die im Westen zwar in zwischen angekommen ist, aber noch einiges lernen kann auf ihrem Weg zur gesamtdeutschen Volkspartei. Dabei hilft ein Blick über den Tellerrand oder auch über den großen Teich. Zunächst gilt jedoch: Man kann sich in jeder Partei vortrefflich um Macht und Einfluss streiten, eben auch in der Linken, aber es müsste jedem klar sein, wo der Unterschied zwischen einer globalen (kreisweiten) und einer lokalen Listenaufstellung liegt. Nun gibt es Globalisten und Lokalisten in der Linken. Die Globalisten gehen davon aus, dass eine zentrale Kandidatenaufstellung zu den Kommunalwahlen in Hannover reicht, um interessierte Personen (auch Parteilose) auf die Listen, insbesondere in den Umlandgemeinden, locken zu können. Während die Lokalisten davon ausgehen, dass eine von den Basisorganisationen getragene Aufstellung besser zu Verbreiterung der Kandidatenlage geeignet ist.

Die Vorteile einer globalen Listenaufstellung sind sicher der geringere Zeit- und Kostenaufwand. Die Gefahr ist aber, dass es schwer wird mit wenigen Parteimitgliedern die Listen im Umland personell nachhaltig aufzustellen. Die Vorteile einer lokalen Listenaufstellung sind dagegen ein sehr früher Einstieg in den Wahlkampf. In der Kombination mit offenen Listen kann dies zu einem .amerikanischen Vorwahlkampf. nach Beispiel der Kandidatenkür zur Aufstellung der US-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten führen. Somit ist ein Einstieg in den Wahlkampf unter dem Motto .komm vorbei, mach mit, mach es besser. möglich.

Nun hat sich Die Linke in Hannover auf ihrem letzten Kreisparteitag dazu mit knapper Mehrheit durchgerungen eine lokale Listenaufstellung zu ermöglichen. Ausdrücklich wird diese Form der Aufstellung den Basisorganisationen freigestellt. Für mich stellt sich die Frage aber gar nicht, ob diese von den Basisgruppen gewollt und leistbar ist, sondern meiner Meinung nach sollte der Kreisvorstand möglichst schnell dazu übergehen ein Wahlkampfteam für diesen Vorwahlkampf zu berufen. Dass diese Chance erkannt und genutzt wird, in Übereinstimmung mit den Basisgruppen Termine zu bestimmen, öffentliche Räume anzumieten und in den kommunalen Zeitungen Artikel oder Anzeigen einzustellen, um die offene Listenaufstellung anzukündigen, scheint die eigentliche Notwendigkeit der Beschlussfassungen der Mitgliederversammlung zu sein. Freilich müsste diese durch Infostände unterstützt werden. Zu hoffen bleibt dann, dass viele interessierte Bürger zu diesen Listenaufstellung kommen und Die Linke als politische Alternative wahrnehmen werden. Hier liegt die Chance die Kommunalwahlen dazu zu nutzen die Partei nicht nur flächendeckend aufzustellen, sondern sie auch für die Zukunft im Umland zu etablieren. Dass dies die teilweise sehr kleinen Umlandbasisgruppen nicht alleine schaffen können ist die eine Sache, dass dies aber der Weg einer Partei sein muss, die zu einer gesamtdeutschen Volkspartei werden möchte, sollte auch dem letzten Skeptiker klar sein.

Deshalb sollte das Arbeitsmotto sein .yes we can!.. Ja, wir können flächendeckend volle Listen aufstellen und jeder kann dabei mitdiskutieren und mitkandidieren.
(twak)

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