Österlicher Frieden bei den Linken: Nur die Meinungsforschung und ein gewisser Ralph spielen nicht mit

Es hätte alles so schön sein können. Der geschäftsführende Parteivorstand beschließt Einigkeit, die Protagonisten des linken Bruderkriegs erkennen die Sinnlosigkeit ihres Streits und die Bevölkerung deutet die gehaltvollen Gesten in der Partei als Zeichen für den Beginn großer sozialer Umwälzungen in und mit der Partei Die Linke. Beschlossener Frieden, beschlossene Einigkeit, beschlossener Wahlerfolg? Letzteres, das wird nun deutlich, ist nicht per Beschluss herbeizuführen. In den österlichen Umfragen fällt die Partei erneut zurück. Der Wähler mag es zwar wohl einheitlich, aber eben nicht als Mogelpackung von der Vorsitzenden Gnaden. Die Umfragen, die nun unisono die Partei zwischen sieben bis acht Prozent bewerten, machen offensichtlich, dass der .beendete. Streit die Partei keineswegs weiter bringt. Angekündigte Strategiedebatten werden das Problem nicht lösen, sondern das vorhandene Schisma medial verdeutlichen. Der etatistische arbeitsfixierte Block mit angeschlossener Klassenkampfideologie wird sich keinen Jota in Richtung des reformpolitisch linksbürgerlichen Lagers bewegen. Warum auch? Bisher lebte die Partei immer ganz gut damit, dass sie unvereinbare Gegensätze in sich vereinigte. Dies sicherte vermeintlich die Wahlerfolge und damit die Arbeitsplätze aller Flügelkader, ob nun vom FDS oder der SL. Leittragende waren immer die Basismitglieder, die sich um politischer Grundsatzfragen willen in .brotlose. Grabenkämpfe in ihren örtlichen Kreisverbänden verwickelten. Eine Staatsapanage in Form einer Diät oder eines Beratervertrages macht dagegen langmütig. Teile dieser administrativen Entlohnung durften wohl immer zu Recht auch als Schmerzensgeld fürs Ertragen des retrograden Ideologieschrotts betrachtet werden.

Ob dieses Ertragen von Gegensätzlichkeiten bis zur natürlichen Grenze überdehnt werden kann, bleibt das offene Geheimnis der Linken. Richtig ist dabei, dass die alten Klassenkämpfer und die nicht mehr ganz so junge Vorturnerin dieser betagten Truppen (Wagenknecht) mit Sicherheit nicht aus dem Nest des vielfältigen Politbreis namens Die Linke springen werden. Ein zurück zu den Wurzeln (DKP, SED) bedeutet sich außerhalb jeglichen gesellschaftlichen Kompromisses der Bundesrepublik zu stellen. Dann wären Hummerpartys und volle Lesungen (Verkaufsveranstaltungen für Printprodukte) samt oder ohne anschließende Diskussion, ein Teil der eigenen Vergangenheit und nicht der Zukunft dieser Genossinnen und Genossen.

Daher verwundert auch Ralph T. Niemeyers Facebook-Aktivität dieser Tage ein wenig. Unnachahmlich vereinfachend durfte die .Weltöffentlichkeit. folgende erleuchtete Vorstellungen zur Kenntnis nehmen:

.DIE LINKE sollte den moralischen Zeigefinger in Sachen SPD-Sarranazi einziehen solange sie F.D.S. und BAK Shalom in ihren Reihen duldet, denn Hochmut, besonders moralisch begründeter kommt vor dem Fall.

Das ist die Sprache, die die Partei aktuell braucht und vielleicht handelt es sich um die neueste Form der Arbeitsteilung in der .Ideologieschmiede. Wagenknecht/Niemeyer? Oder haben wir es gar mit einem Auszug eines abendlichen Gesprächs bei Champagner und Hummer (keine Fotos) zu tun? Gewährt uns Niemeyer nicht nur einen Blick in die Vorstellungswelt des Interviewers sondern in das Strategiegenie seiner Lebensgefährtin?

Wenn es denn so sein sollte, ein Hoffnungsschimmer. Denn dann wäre Wagenknecht tatsächlich an hintergründigen Strategien und nicht allein an vordergründigen persönlichen Zielen interessiert. Bei der Schaffung einer Partei ohne Reformsozialisten und linksbürgerliche Kräfte würden wir dem Dreamteam realsozialistischer Jubelprosa viel Glück wünschen. Eine Partei ohne FDS und BAK Shalom ist jederzeit möglich. Zwei Wege scheinen dabei denkbar. Erstens: Eintritt in die DKP. Zweitens: Gründung einer eigenen DKP (könnte ja W-KPD genannt werden). Nur Mut Genossin Wagenknecht. Auf diesen Schritt warten viele Menschen. Wohl niemand davon außerhalb der Partei.
(jpsb)

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