Auf dem Schiff nach Rechtsaussen

Annette Groth, MdB der Linken, hatte schon kurz nach dem umstrittenen Beschluss der Fraktion erklärt, dass sie nur aus “terminlichen” Gründen auf eine Teilnahme an der diesjährigen Flotille verzichten würde. Da sich der Beschluss zunehmend als zahnloser Papiertiger erweist, der ohne Konsequenzen von Mandats- und Funktionsträgern der Partei kritisiert und missachtet werden kann, verlegt sich Gen. Groth nun auf das verbale Mitreisen in Richtung Gaza. Am 25.6. tritt sie als einziger angekündigter Gast in Nürnberg auf einer Veranstaltung unter dem Titel “Schiffe nach Gaza – bis die Blockade fällt” auf. Verantwortlicher laut Flugblatt für diese, wohl MLPD-nahe Kundgebung, ist der gerade in Nürnberg nicht unbekannte “Friedensaktivist” Andreas Grünwaldt, der schon im Rahmen der letztjährigen Flotille seine lautstarke und einseitige “Israelkritik” zum Ausdruck gebracht hat.

Gleichzeitig erklärt sie in Reaktion auf einen kämpferischen Brief eines Magdeburger Genossen, der dazu aufruft dem innerparteilichen Gegner entschlossen entgegen zu treten und ihn in die Schranken zu weisen, dass sie diese Ansichten unterstützt und nicht von ihrer Linie weichen wird, da:

Wenn wir unsere linken Überzeugungen aufgeben, werden sich viele enttäuscht abwenden. Einige werden sich evtl. den Rechten zuwenden, das ist meine große Angst.

Bedenklich, was eine Abgeordnete der Linken hier erklärt. Nicht nur, dass sie Beschlüsse der Fraktion missachtet und sich auch von innerparteilichen Gegnern umgeben sieht, nein, sie möchte an diesen vermeintlich linken Überzeugungen festhalten, da dadurch Wählerpotential des rechten Randes gebunden wird. So schliesst sich der Kreis der Israelkritiker innerhalb und ausserhalb der Partei von Linksaussen nach Rechtsaussen. Danke Gen. Groth für diese Aufklärung.
(mb)

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