SDS Hannover erlebt bei den Studentenparlamentswahlen ein Jahr vor der Landtagswahl eine schwere politische Niederlage

1999 wurde die PDS-HSG (Hochschulgruppe) gegründet. Sie entwickelte sich schnell zu einer Erfolgsgeschichte der Linken im Westen. Rund zwölf Jahre hatte die PDS/LINKE/SDS die Politik an der Leibniz Universität Hannover mit gestaltet. Bevor die Hochschulgruppe deutlich von der linksreaktionären Sekte Marx 21 dominiert wurde, zählte sie politische Köpfe in ihren Reihen, die auch bundesweit für eine neue radikaldemokratische Linke stehen. Bestes Beispiel ist der heutige Bundestagsabgeordnete Jan Korte, der in der Hochschulgruppe sein erstes Arbeitsfeld in der damaligen PDS fand.

Derlei Personal sucht die Partei an der Uni mittlerweile vergeblich. Flankiert durch Oliver Klauke, den Mitarbeiter der örtlichen MdB Dittrich, der als Mitglied des Kreisvorstandes für Jugend und Hochschulpolitik verantwortlich zeichnet, ist es Marx 21 in den letzten Jahren gelungen die Hochschulgruppe nach und nach auszudünnen und schließlich zu dominieren. Das Personal, welches dafür genutzt wird, ist an der Universität jedoch so gut wie gar nicht bekannt. Dies verdeutlichen auch die Wahlergebnisse zu den Studentenparlamentswahlen vom Januar 2012. Die dem trotzkistischen Netzwerk nahestehenden vier Mitglieder konnten gemeinsam gerade mal 21 der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen (Wahlberechtigte insgesamt 21.494). Mit insgesamt 48 Stimmen war der SDS Hannover die einzige kandidierende Liste, die keinen Vertreter ins Studentenparlament entsenden wird (!).

Weder Oliver Klauke, als im Kreisvorstand politisch Verantwortlicher, noch die anderen Mitglieder des Kreisvorstandes waren auf einer Sitzung bereit politische oder organisatorische Verantwortung für dieses Desaster zu übernehmen. Stattdessen wurde auf persönliche Streitigkeiten mit dem Spitzenkandidaten (holte weit über die Hälfte der Listenstimmen direkt!) verwiesen, welcher mittlerweile aus politischen Gründen eine weitere persönliche Zusammenarbeit mit Mitgliedern oder Sympathisanten Marx 21 in der Hochschulgruppe ausschliesst. Dies wird die Parteigänger von Klauke & Co. allerdings nicht daran hindern, zu versuchen, ihren Einfluss auf die Bundesebene des SDS auszuweiten. Mit diesem Wahlergebnis im Rücken eine sicherlich anspruchsvolle Aufgabe.

Ein Jahr vor der Landtagswahl in Niedersachsen zeigt sich nun, dass sich auch das studentische Milieu klar von den undemokratischen und sektiererischen Strömungen innerhalb der Partei Die Linke abwendet. Am größten Universitätsstandort des Landes gerade noch 48 Stimmen auf die parteinahe Hochschulgruppe vereinen zu können, ist die Quittung für eine kulturell und intellektuell weitestgehend entkernte Partei in Niedersachsen.
(twak)

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