In eigener Sache: Offener Brief an Michael Braedt

Werter Genosse Michael Braedt,

nach deinen erneuten Anspielungen über eine mögliche VS-Tätigkeit meiner Person, möchte ich doch deine „geistreichen“ Kommentare auf unserem Blog zum Anlass nehmen, einen offenen Brief, den ich dir im letzten Jahr geschrieben habe, auf den neuesten Stand zu bringen. Er ist für mich auch so etwas wie die Bilanz meiner Tätigkeiten im Kreisverband Hannover in der Zeit von 2010 bis 2011. Dazu sei angemerkt, dass deine Anspielung, dass ich zwischen den Stühlen in Hannover sitze kaum stimmt. Ich bin politisch und menschlich derart isoliert, dass ich noch nicht einmal mehr am Tisch sitze. Diese Ausgrenzung meiner Person ist die Folge mehrerer „taktischer Schlenker“ bei denen mir die Durchsetzung eines sozialpolitischen Projektes wichtig war, dessen Grundlage ich im Jahre 2008 formuliert hatte und welches ich aufgrund wechselnder Mehrheiten im Verband „mal hier und mal dort“ angeboten hatte. Im Folgezeitraum kam es aber weniger zur inhaltlichen Arbeit, vielmehr wurden fast zwei Jahre politische Muskelspielchen initiiert, die heuer dazu geführt haben, dass die Hannoversche Linke und ihre Protagonisten kommunalpolitische Geschichte sind und dass die Stadtratsfraktion eine Domäne des FdS in Hannover ist (samt angeschlossenen Apparat, die Mitgliedschaft von Förste in der SL war m.E. immer nur ein taktischer Winkelzug gewesen). Dass die Regionsfraktion und die Stadtratsfraktion überwiegend in der Hand ausgewiesener Reformpolitiker sind, das sei hier zunächst nur am Rande erwähnt, liegt allerdings an der völligen taktischen Inkompetenz der Truppen aus der BO Linden und nicht an genialen „Schlachtplänen“ der Reformer (oder meiner Person). Ich habe nur auf diese Unfähigkeit gesetzt, das will ich nicht verhehlen.

Ich meine, dass es kurz nach der letzten Bundestagswahl 2009 war, als einige Genossen, darunter auch Markus Hintze, an mich herantraten, um eine Zusammenfassung reformpolitischer Kräfte im Verband zu organisieren. Damals hatte Achim Meyer-Heithuis und Agnes Hasenjäger den Verband von den FdS-Anhängern zurückerobert und die Hannoversche Linke (HL) durch geschicktes Taktieren die „Parteifraktion“ innerhalb des Kreisverbandes in die politische Defensive gezwungen. Es war offensichtlich, dass die Parteifraktion und deren Geschäftsführerin Tannenberg der Truppe um Frank Nikoleit und Luk List taktisch nicht gewachsen waren.

Natürlich werden sich Nowak & Co. nicht mehr daran erinnern, dass in dieser Zeit die Frage aufgeworfen wurde, wie bis zur Listenaufstellung zwei Dinge erledigt werden könnten:

1. Phase: Rückeroberung des Kreisvorstandes
2. Phase: Organisation der Listenaufstellung zur Kommunalwahl im reformpolitischen Sinne

Ich hatte die These vertreten, dass nur ein Ereignis, das sich den meisten Mitgliedern als „äußerer Anlass“ darstellt, zur Aufbrechung von eingespielten Mobilisierungslinien genutzt werden konnte. Dieser äußere Anlass diente auch dazu die damals eingetretene Spaltung der Reformkräfte zu überwinden. Da wir in diesem Zeitraum in den Besitz von Dokumenten gelangt waren, die Nahe legten, dass List & Co. möglicherweise eine Konkurrenzkandidatur gegen die Partei im Jahre 2011 planten (zumindest waren die Dokumente in diese Richtung interpretierbar), war dieser äußere Anlass, eine mögliche Mobilisierung der Bundespartei gegen die HL mittels der Bundesschiedskommission. Mir ist bis Heute nicht klar, ob du diesen taktischen Winkelzug begriffen hast. Richtig ist aber, dass du zumindest für die erste Instanz der wichtigste Bündnispartner für die Durchsetzung der Ausschlussstrategie gegen Kellermann, Pharao und Machentanz warst. Bedenkend, dass die Antragsgegner in ihrer BO nachweislich verankert waren und sind, frage ich mich schon, wie du da noch von dir als Zentristen sprechen kannst (Wahrnehmungsstörung?). Deine Weigerung Rechtsmittel gegen die voraussehbare Ablehnung der Ausschlussanträge durch die LSK einzulegen, lässt mich indes Zweifeln, ob du je verstanden hattest worum es ging. Das war aber alles kein Problem, denn wir hatten ja noch Helga Nowak in Reserve, die bereit gewesen war, die Rechtsmittelschrift zu unterschreiben. Übrigens, die selbe Helga Nowak, die Teil einer Fraktion ist, die sich 2011 der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses mit Dirk Machentanz verweigert hatte. Die von dir unterschriebenen Ausschlussanträge gegen führende Mandatsträger und Mitarbeiter der HL waren schlussendlich nur dazu gedacht auch in der Landtagsfraktion genügend Nachdenklichkeit auslösen zu können, damit über die Bereitstellung einer Arbeitsstelle das Personalkarussell derart in Bewegung kommt, dass die bis dato gescheiterte Vereinigung der Fraktionen, doch noch möglich werden würde. Die Drohung mit der Rechtsmittelschrift war also fundamentaler Bestandteil des Plans. Auf der Jahreshauptversammlung, auf der Kaminski und Voigt gewählt wurden, konnte dann Jörn-Jan erklären, dass eine Lösung für die Probleme der Fraktionen gefunden wurde. Ich bin mir sicher, dass dies nichts damit zu tun hat, dass Oliver Förste aktuell bei der Landtagsfraktion arbeitet und eben nicht mehr bei der Stadtratsfraktion (wie zuvor). Sicherlich hatte kein führender Funktionär der Landespartei große Lust, dass die „Hannoveraner Verhältnisse“ (über das Schiedsverfahren) Thema in der ganzen Partei geworden wären. Mit der Erledigung der HL und ihrer Geschäftstelle war das wesentliche Mobilisierungszentrum gegen den Kaisers-Kreis erledigt worden. Gleichzeitig hatte uns Achim Meyer-Heithus, dank seiner vorbildlichen Charaktereigenschaften („alles Chefsache“), den Kreisvorstand praktisch als Mitgift selber sturmreif geschossen.

Auf der Weihnachtsfeier des FdS im Jahre 2010 hatten wir uns dann, so meine ich, durchaus solidarisch darüber unterhalten, wie der Verband inhaltlich und personell weiterentwickelt werden könnte. Streit war zwischen uns erst wieder aufgebrochen (Januar 2011), als ich ausdrücklich davor gewarnt hatte Felicitas Weck für eine aussichtsreiche Kandidatur für den Stadtrat Hannover zu unterstützen. Im Gegensatz zu dir war mir klar, dass der Verband deiner Lebensgefährtin Weck die Unterstützung für jegliche aussichtsreiche Kandidatur versagen würde. Meine Einschätzung war, dass Gunda Pollok-Jabbi wesentlich aussichtsreicher die Interessen des Kaisers-Kreis im Verband und in einer zukünftigen möglicherweise heterogenen Fraktion repräsentieren könnte, denn zum damaligen Zeitpunkt (Anfang Dezember 2010) hatte niemand geplant, gegen die Nominierung der BO Linden-Limmer zu demobilisieren bzw. dagegen zu mobilisieren. Daher war es nach meiner Einschätzung wichtig, eine sichere Kandidatin aus dem FdS-Umfeld zu unterstützen, die auch in einer zukünftigen Fraktion mit dem „rechtmäßigen“ Vertreter der BO Linden-Limmer tragfähige Kompromisse hätte aushandeln können. Dass Letzteres mit Weck unmöglich erschien, war für jeden erkennbar, der die Verhältnisse im Verband einzuschätzen wusste. Eine neue Spaltung der zukünftigen Fraktion drohte. Das klägliche Scheitern von Weck gegen Heiko Weichert hat dann meine Einschätzungen bestätigt. Und das gleiche Scheitern droht Weck auch, wenn sie meint erfolgreich die Landesliste für die Landtagswahl angreifen zu können.

Im etwa gleichen Zeitraum war es auch zu einem Streit zwischen mir und dem Umfeld von Helga Nowak gekommen (Frank Puin, Markus Hintze, Petra Beimes, Daniel Josten, Fares Rahabi, Christa Reichwaldt). In der Folge der ersten Arbeitsergebnisse des Kaisers-Kreis wurden einige Genossinnen und Genossen darüber informiert, dass es in der Stadtratsfraktion in den Jahren 2006 bis 2010 eine den meisten Mitgliedern bis dahin unbekannte Vergabepraxis von Honorarverträgen gegeben hatte. Ich muss dich sicherlich nicht daran erinnern, wie im inoffiziellen Teil der Kaisers-Runden über die Mitglieder der HL skandiert worden war. Der Vorwurf intransparenter Mittelverwendung war da nur die geringste Diffamierung der Personen, die im Kaiserskreis mehrheitsfähig war und die Du aktuell als Machentanz & Co.KG denunzierst. Völlig zu Recht wurde nun auch von einigen Mitgliedern des Kaisers-Kreises bemerkt, dass auch die intransparente Mittelvergabepraxis (sie war ja bis dahin den meisten völlig unbekannt und daher untransparent) der Ratsfraktion für die Zukunft einer Veränderung bedurfte. Dies gegenüber den Fraktionsvertragspartnern freundschaftlich anzusprechen erwies sich als unmöglich. Sehr schnell wurde klar, dass mensch gerne den Dorn im Auge des Anderen zu finden vermochte, den Balken im eigenen Auge aber scheinbar für eine politische Balancierstange hielt. Enttäuscht wendete ich mich Mitte Januar von der Kaisers-Runde ab. Bezeichnend war, dass an diesem Abend im Januar Frank Pharao und Dirk Machentanz im Kaisers anwesend waren, um mich vor Pöbeleien des Freundeskreis von Nowak zu schützen. Dies war sicherlich auch menschlich beachtenswert. An die Mail von Frank Puin in der Folge dieser Zäsur sei erinnert. Wer mag sich aber von derlei Hemdsärmlichkeiten einschüchtern lassen, gerade wenn sie von Frank Puin kommen, der sodann den nicht gerade rühmlichen Titel „Dr. Bob“ erhielt, der nach meinem Wissen hinter seinem Rücken noch immer gerne genutzt wird. Wohlgemerkt: Bei den Reformern.

Danach herrschte lange Funkstille, denn ich hatte mich in dieser Phase auch mit Detlev Voigt überworfen. Erst die nahende Listenaufstellung hat dann bestimmte Teile des Kaiserskreises dazu bewogen mit mir erneut Kontakt aufzunehmen. Ich bin mir sicher, dass im FdS Hannover vergessen wurde, dass der gesamte konzeptionelle Ablauf der Hintertreibung des Votums der BO Linden-Limmer von mir mitentwickelt wurde, und zwar während heutige Profiteure dieser Aktion am Tisch saßen und originäre Arbeitsaufträge übernahm. Zu glauben, dass Rolf Köhne Luk List rein zufällig in ein „vielsagendes“ Gespräch verwickelt hat, ist naiv. Ich meine mich erinnern zu können, dass eine bestimmte Erklärung bereits geschrieben war, bevor es das ominöse Gespräch List Köhne überhaupt gegeben hatte. Die Originalunterschriften unter dem Aufruf für Förste „verwalte“ ich bis zum heutigen Tage (besonders emsig war, so glaube ich, Genossin Pollok-Jabbi beim Einsammeln) Die damalige Bedingung für meine Zuarbeit war das Versprechen von Förste, die aktuelle Honorarvergabepraxis in der nächsten Fraktion nicht fortzuführen. Ein Umstand, an den sich Detlev sicherlich erinnern wird, der gerade dieses Versprechen im Juni hintertrieben sah und daher für eine Aufklärung im Vorstand dergestalt sorgen wollte, dass die neue Fraktion wesentlich stärker unter die Kontrolle der Partei kommt. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist bekannt und es freut mich, dass der neue Kreisvorstand nun alle Mittel in der Hand hat, sowohl die politischen als auch die administrativen Belange der Fraktion entscheidend mitzubestimmen. Der Vorstand wäre unreif, wenn sich seine Vertreter nicht auch mit der Frage beschäftigen würden, ob das streitbefangene Honorarpraxissystem wirklich beendet ist. Bekanntlich hat der Vorstand die Aufgabe Schaden von der Partei abzuwenden.

Richtig ist übrigens auch, dass mir der aktuelle Mitarbeiter der Landesgeschäftstelle Daniel Josten (in Gegenwart von Thorsten Kuhn) im Vorfeld der Listenaufstellungen eine Mitgliederliste des Kreisverbandes Hannover übergeben hat, damit ich die Listen und Unterordnungen (Untermobilisierungsbeauftragte) für den 7.5. und den 27.5.2011 delegieren konnte. Dies war im Umgang mit mir damals kein ungewöhnlicher Vorgang. [Update:] Auf Wunsch des Vorsitzenden der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen, Stephan Krull, wurde die in meinem Besitz befindliche Mitgliederliste der RLS vernichtet. Habe ich die auch gestohlen, wie es mir unterschwellig in Bezug auf die Honorarvertragsunterlagen der Ratsfraktion unterstellt wird? Jedem in Hannover ist bekannt, wer mir die Unterlagen unaufgefordert gegeben hat. Nun ja, ein jeder der meine Vorliebe für hochwertige Nahrungsmittel kennt, wird mir den Fassadenkletterer auch kaum zutrauen. Die Mitgliederliste der RLS war mir von interessierter Seite m.E. im Oktober 2010 überreicht worden, um Mobilisierungsaufgaben für die Hauptversammlung der Stiftung Anfang 2011 übernehmen zu können (ich kann hier leider nicht sagen wer sie mir übergeben hat, da dies in einer hochgelegenen Privatwohnung erfolgte und ich befürchten muss, dass in der damaligen dreier Konstellation eine Aussagengemeinschaft gegen mich konstruiert werden würde). Aufgrund des Streits mit Frank Puin und Helga Nowak war es zu dieser Mobilisierung dann nicht gekommen. Mir ist, so glaube ich erinnerlich, dass es bei dieser Bitte um Intervention auch darum ging, den Arbeitsplatz von Gunda Pollok-Jabbi bei der Stiftung zu erhalten (es wäre sicherlich interessant zu sehen, warum das Beschäftigungsverhältnis nicht fortgesetzt wurde). Ferner gehe ich davon aus, dass dir bekannt ist, dass mir nicht selten wichtige Informationen von Mitarbeitern der Ratsfraktion zur Verfügung gestellt wurden, bevor andere Mitglieder davon in Kenntnis gesetzt wurden. So habe ich etwa von Heidrun Tannenberg im November 2010 eine SMS vom frauenpolitischen Ratschlag in Hannover erhalten, in der sie mich darüber in Kenntnis gesetzt hatte, wie viele Genossinnen in Hannover bereit für Spitzenkandidaturen waren. Informationen, die wir für ein Tableau benötigten, dass von einigen von uns erarbeitet worden war, um im Dezember 2010 bzw. im Januar 2011 dem Vorstand und dem Kreisausschuss ein ausgehandeltes Angebot für die Spitzenplätze zur Kommunalwahl zu präsentieren. Viele hatten damals Sorge, dass Leidecker seinen Spitzenplatz für die Region nicht würde halten können, wenn die Mitgliedschaft ohne „vorbereitetes“ Votum frei über die Spitzenpositionen abstimmen würde. Nun, auf der Januar KMV kam es dann anders, wobei nach meiner Erinnerung schlussendlich auch Frank Puin und Oliver Förste gegen eine Tableaulösung stimmten und bei dem knappen Ergebnis der besagten Abstimmung, den ersten Teil der Arbeit (mit?)erledigten Leideckers Chancen auf ein Mandat zu minimieren. Eine merkwürdige Art Danke bei Jörn zu sagen.

Zu dem gesamten Komplex Listenaufstellung ist mir eine Mail von Daniel Josten erinnerlich (besser gesagt sie liegt mir noch vor), der mir seine Berechnungen für die aussichtsreichen Mandate zur K-Wahl bereits im Dezember 2010 zur Verfügung gestellt hatte. O-Ton der Mail: „Herrschaftswissen, welches wir erstmal für uns behalten müssen“. Diese Berechnung war, nach der Nominierung des Genossen Yayar in Ricklingen, auch Grundlage für die Entscheidung, dass Luk nicht mehr tragfähig war, weil absehbar eine Fraktion entstehen würde, die einem bestimmten Freundeskreis in Hannover so gar nicht ins Konzept passte. Das schlussendlich nicht alle Mitglieder Stadträte und Regionsabgeordnete wurden, die auf der Liste standen, die im genannten Monat zwischen vier Herren aus der Partei in einem „Dienstgebäude“ als „Favoriten“ ausgehandelt wurde, hat sicherlich auch mit taktischen Fehlern zu tun. Hätten übrigens Puin und Förste nicht gegen die Tableaulösung gestimmt, es wären heute alle „Favoriten“ Mandatsträger, davon bin ich überzeugt. Zu deinem Bedauern muss ich die mitteilen, dass dein Name damals nicht auf der Liste stand. Es war klar, dass du dein Mandat verlieren würdest.

Bei allen Bemühungen hatten die Reformer immer einen verlässlichen Partner: Die BO Linden-Limmer. Unsagbar, mit Verlaub, dämlich, war die Konzentrierung der Marx 21 Kader auf Luk List. Nikoleit ziehen zu lassen, war der Grundstein dafür, dass die Stadtratsfraktion heute in der Hand des FdS ist. In der Folge wurden aber auch weitere schwere Fehler gemacht. Der intelligenzbefreite Personenwahlkampf in Linden, mit dem letzten Angebot aus der Öko-Theke der Achtziger, spielte nur Förste in die Arme. Das, erneut mit Verlaub, saublöd-kindische Abhängen von Förste-Plakaten, war reine Zeitverschwendung. Bei dieser Verschwendung von Zeitressourcen wurde die Bedeutung des Wahlkreises von Rezzak Yayar völlig übersehen. Anstelle des Luk List Abschiedswahlkampfes hätte ich alle Truppen nach Ricklingen geschickt. Die Wahlergebnisse zeigen, dass ein intensiver Einsatz zur Eroberung des Mandates hätte führen können. Nowak wäre dann Geschichte gewesen, die Machtverhältnisse in der Fraktion wären auf dem Kopf gestellt worden. Noch beschämender ist der Verlust des an sich sicheren Mandates von Gülten Kelloglou. Wenn nur ein Drittel ihrer persönlichen Stimmen auf die Liste gegangen wären, hätte sie das Regionsmandat nicht verloren. Hier haben Yek-Kom und die „Bruderorganisation“ Marx 21 erneut gepennt. Glück für die Reformtruppe, dass der Gegner nicht besonders „helle“ ist. In Zukunft könnte aber auch die natürlich Blondheit von Marx 21 & Co. nicht mehr helfen. Da kommt es gut, dass der Reformklüngel um Nowak & Co. alle strategiebegabten Genossen mittlerweile „weggeekelt“ hat. Eure Vorbereitung für die KMV vom 3.3.2012 war erbärmlich. Der Austritt von List hätte umgehend operativ genutzt werden müssen, um Klauke & Co. in die Defensive zu drängen. Die „Operation Förste“ war ja im Prinzip richtig, da er, wenn er schon auch ggf. nicht sonderlich loyal ist, vom politischen Prozess Die Linke im erheblichen Maße abhängig ist. Mit diesen Pfund (Austritt List) hätten die Unterzeichner der Förste-Erklärung wuchern und Mobilisierungslinien fahren können. Ich nehme, neben der unvermeidlichen Inkompetenz, aber an, dass Maren Kaminski zwar den politischen Rücken für Förste gerade machen durfte, diese Umkehrung in Richtung der Genossin seitens der Stadtratsfraktion aber nicht mehr gültig ist, weil sie mit Kaminski auch Dehm schaden wollen, dessen Einfluss in Hannover dramatisch eingebrochen ist. Dir als Zentristen kann das aber egal sein, im Zentrum liegt ja bekanntlich der Arsch und dem ist alles scheißegal. So ist es nach zwei Jahren meiner Interaktion für reformpolitische Belange eine gewisse Ironie, dass sich Agnes den Kreisvorsitz zurückgeholt hat. Ich gönne ihr das, gerade weil ich weder zwischen Stühlen noch mit am Tisch sitzen möchte und die Kreisorganisation m.E. ohnehin politikunfähig ist.

Wie Du siehst, war dies ein Spiel von Strippenziehern. Dafür muss auch niemand beim oder für den Verfassungsschutz arbeiten. Das Strippenzieherspiel beherrschen in diesem Verband viele. Dazu gehört es auch die örtliche Presse ins Spiel einzubeziehen. Das wurde in den letzten Jahren von allen Seiten ausgiebig genutzt. Einige können dies aber besser als andere. Ich bin 2010 schlussendlich auch von dir wieder in eure Spielchen integriert worden, weil euer Ersatz für mich (Markus Hintze) in den Jahren seit 2006 eine Verbandsniederlage nach der anderen gegen Achim, Frank Pharao und Gerald organisiert hatte (kein Wunder, im Gegensatz zu Markus verfügen sie über reichlich Berufserfahrung (kein Studienabbrechermilieu) und sind politisch deutlich beseelter, verdammt jetzt bin ich schon wieder in den Puin-Modus abgerutscht, sorry Markus). Wenn ich also Verfassungsschutzmann bin, dann gebührt auch dir eine gewisse Mitverantwortung mich aktiv aufgebaut zu haben. Will das ein KB-geschulter und Berufsverbot gestählter (mittlerweile Angestellter des schwarz-gelb geführten Umweltministeriums) Kader wirklich auf sich sitzen lassen? Michael, das mit dem Verfassungsschutz wird immer gerne gegen die kolportiert, die es wagen bestimmte Machenschaften in Parteien öffentlich zu machen. Das sei hier auch mal außerhalb der Kommentarfunktion dieses Blogs festgestellt. Bestimmt gibt es auch in Linden Genossen, die in rauchgeschwängerten Kneipen, diesem oder jenen unterstellen für den Verfassungsschutz zu arbeiten. Dass nun auch Du, dieser billigen Demagogie folgst, weil ich mich klar gegen die Einbeziehung deiner Lebensgefährtin (Weck) in Planungen der Kandidatenunterstützung des Kaisers-Kreis ausgesprochen habe und ein Ende der für die Partei undurchsichtigen Vertragspraxis der Fraktion gefordert habe, ist doch ziemlich durchsichtig. Bereits die Unterstützung der Regionsfraktion für den Wahlkampf von Weck auf Helgoland habe ich kritisch gesehen. Am Ende war auch dieser Auftritt deiner Lebensgefährtin ein Sturm im Wasserglas. Nach meinem Kenntnisstand gibt es auf Helgoland keine Fraktion der Linken mehr. Und nicht zuletzt: Gerade als Mitarbeiter einer Landesbehörde solltest Du mit deinen Hobbyenttarnungen vorsichtig sein. Tagsüber der biedere Ministerialangestellte für neoliberal-konservativ, am Abend für die Progromgemeinschaft von Mandatsträgern und hauptamtlichen Mitarbeitern den roten Klassenvolkszorn mit Ausschluss- und V-Mann-Enttarnungsallüren geben? Ein jeder mag selber beurteilen, welche Biografie da insgesamt widersprüchlicher anmutet.

Viel zu lange habe ich im Menschenschach in deinem Sinne mitgemacht. Ich bin nun nicht mehr bereit für ein Grüppchen zu wirken, das selber das macht, was sie anderen vorwerfen. Dies macht einen frei für wirklich interessante Dinge. Wenn ich davon ausgehen würde, dass du davon Ahnung hättest (Programmentwürfe, Essay von Manfred Lauermann, Hinterfragung taktischer Aufstellungen der Bundespartei), ich würde dir Leseproben senden. Für den Verband stellt sich aber die Frage, wer dir als nächster in die Quere kommt. Na, wirst Du den dann auch als Verfassungsschutzmitarbeiter enttarnen? Aber wozu? Aus der Regionsversammlung haben dich die Wähler abgewählt, im Verband bist du politisch isoliert. Von dir unterstützte Kandidaten, wie etwa Michael Kuhlendahl, schaffen es samt Kasparklatsche nicht einmal als Beisitzer in den Vorstand.

Ach ja und noch zur „Isolierung“ meiner Person. Das kann mensch ja gerne machen. Befremdlich wird es, wenn etwa Mitgliedern einer Stammtischrunde, die ich besuche, von einer bestimmten älteren Dame aus der Nordstadt der Kontakt mit mir „untersagt“ wird. So etwas sorgt dann regelmäßig für Lacher und sagt mehr über den Geisteszustand bestimmter Personen aus, als dass es mich vermeintlich isoliert. Und mit wem ich „saufe“ oder „nicht saufe“ Michael, das ist dir leidlich unbekannt. Eins ist aber klar: Sicherlich nicht mit dir.

Auch weiterhin mit mediterranen und damit sonnigen Grüßen

Juan P. Sanchez Brakebusch (jpsb)

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