Die Linke veröffentlicht Zahlen zur Mitgliederentwicklung: Auch 2011 verliert die Partei über 4.000 Mitglieder und fällt erstmalig unter die Marke von 70.000

Der negative Trend bei der Entwicklung der Mitgliedszahlen setzt sich bei der Linken unvermindert fort. Im Jahre 2011 verlor die Partei 4.200 Mitglieder und erreichte damit in etwa das Niveau der Verluste des Jahres 2010 (Minus 4.388 Mitglieder). Dies geht aus den in dieser Woche veröffentlichen Zahlen der Bundesgeschäftstelle vor. Dem Verlust von 1.445 Mitgliedern im Westen steht der Verlust von 2.744 Mitgliedern in den Verbänden der neuen Bundesländer gegenüber (Rest: Mitglieder beim Bundesvorstand mit einem Minus von 11). Damit rutscht Die Linke erstmalig sei der Vereinigung der beiden Quellparteien unter die Marke von 70.000 Mitgliedern (Höchststand am 31.12.2009 78.046 Mitglieder). Sie kann jetzt nur noch 69.458 Anhänger auf sich vereinen.

Mitgliederverluste und -gewinne in den einzelnen Landesverbänden und Stand der aktuellen Mitgliederentwicklung:

Baden Württemberg – 70 2.880
Bayern – 280 2.567
Berlin – 476 8.325
Brandenburg – 518 7.963
Bremen – 167 462
Hamburg – 162 1.327
Hessen – 107 2.498
Mecklenburg-Vorpommern – 294 5.123
Niedersachsen – 120 3.139
Nordrhein-Westfalen – 558 8.123
Rheinland-Pfalz + 15 1.761
Saarland + 1 2.309
Sachsen – 687 10.927
Sachsen-Anhalt – 379 5.048
Schleswig-Holstein + 3 983
Thüringen – 390 5.970

In den alten Bundesländern kommt die Partei damit noch auf 26.049 und in den neuen Bundesländern auf 43.356 Mitglieder. Da die Verluste zwischen den östlichen und westlichen Verbänden proportional in etwa gleich auf liegen, ändert sich an der Dominanz der Verbände aus dem Gebiet der ehemaligen DDR wenig. Auffällig sind die Zahlen aus Bremen. Dort hat der Verband mehr als 25% seiner Mitglieder verloren. Die wahlkämpfenden Landesverbände Schleswig-Holstein und Saarland (Verlust im Jahre 2010 immerhin 1.302 Mitglieder) konnten ihre Mitgliederzahlen knapp behaupten. Der Landesverband Nordrhein-Westfalen hat mit dem Verlust von 558 Mitgliedern in absoluten Zahlen einen Negativrekord im Westen aufgestellt, der parteiweit nur noch vom Landesverband Sachsen überboten wird. Der Anteil an weiblichen Mitgliedern bleibt in den westlichen Flächenverbänden weiterhin deutlich unter dem Parteidurchschnitt (37,3 Prozent). In Landesverbänden wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ist gerade jedes vierte Mitglied weiblich. Eine politische Bewertung der Zahlen seitens der Bundespartei steht noch aus.
(jpsb)

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