Linkes Kasperletheater: Personalfindung der Partei Die Linke entwickelt lächerlichen Charakter

Während die Bundespartei für die sogenannte Basis ab dem 15.5.2012 Regionalkonferenzen zur Vorbereitung des Parteitages in Göttingen organisiert, hat sich nun ein führendes Mitglied der Partei, namentlich der Genosse Matthias Höhn, ein Herz gefasst und zum 14.5.2012 zu einem Treffen der Landesvorsitzenden, der Mitglieder, die für ein Spitzenamt kandidieren wollen und allen weiteren Genossinnen und Genossen eingeladen. In Fortsetzung vermeintlich vorheriger Treffen der Landesvorsitzenden (nach Höhn waren beim „letzten“ Treffen 12 Landesverbände vertreten) soll nun einen Tag bevor in Hamburg die Landesverbände im Norden der Republik zu einer Veranstaltung zusammengetrommelt werden und sich gleichzeitig in Berlin der Parteivorstand mit den Landesvorständen zur Personalfindung treffen will, das erweiterte Strippenzieherkomitee in seliger Einmütigkeit über die Zukunft der Partei entscheiden. Schade nur, dass es ein solches Parteigremium gar nicht gibt. Schade auch, dass nun die AKL auf ihrer Webseite diese Einladung öffentlich gemacht hat und somit ein wenig Transparenz ins Strippenziehen der Landesspitzen bringt. Eins ist damit völlig klar, die Regionalkonferenzen, die zwischen dem 15.5. und 25.5.2012 anberaumt wurden, sind lediglich Opium für eine eigentlich gar nicht mehr vorhandene Basis der Mandatsträger- und Funktionärspartei namens Die Linke. Die Musik soll nun im Karl-Liebknecht-Haus zwischen den Ladensfürsten spielen. Dass die AKL dieses Ansinnen öffentlich macht, hat sehr viel damit zu tun, dass sich die fundamentalistischen Strömungen am 20.5.2012 auf einer eigenen Konferenz treffen, um über ihre Strategie für Göttingen zu beraten. Auch hier scheint keiner von dem Mummenschanz der sog. Regionalkonferenzen etwas zu halten. Mit der Veröffentlichung der Mail des Genossen Höhn, setzt die AKL dem Treffen am 14.5.2012 nun die Hörner auf. Es bleibt fraglich, wann Lafontaine eine Entscheidung zu seinen persönlichen Plänen trifft. Noch fraglicher ist jedoch, ob sich Politprofi Lafontaine von Matthias Höhn einen entsprechenden Zeitplan diktieren lässt.

Die Ergebnisse der bisherigen Treffen der Landesvorsitzenden wurden indes vor der einfachen Mitgliedschaft nicht dargelegt. Eine gewisse Chuzpe gehört daher schon dazu, dass sich Teilnehmer dieser Treffen über das Vorgehen gewisser Kreise echauffieren, gleichzeitig aber eigene Klüngelkreise aufbauen. Zu schön wäre es gewesen Lederer und Höhn in großer Eintracht mit Retrobetonsozialist Sohn über die Zukunft der Partei debattieren zu sehen.

Nach dem nun die Bundesschiedskommission behauptet, dass sich der geschäftsführende Vorstand satzungswidrig in Bezug auf die Frage eines Mitgliederentscheids verhalten hat und Bodo Ramelow in einem Internetblog die Behauptung aufstellt, dass sich der Vorstand nicht an Absprachen zur Personalfindung gehalten hat, ist die Höhn-Einladung ein weiteres Mosaiksteinchen im Gesamtbild einer Partei, der die sittliche Reife fehlt Personalprobleme mit der nötigen „Ernsthaftigkeit“ anzugehen. Derweil kommentieren auf einschlägigen sozialen Netzwerken namhafte Reformpolitiker den ganzen Vorgang mit wenig humorvollen sprachlichen Spitzen. Es bleibt abzuwarten, ob derlei Belustigung auch bei den Mitgliedern anhält, die Opfer des Abwärtstrends der Partei werden. Offenbar scheint den wenigsten Berufspolitkern klar zu sein, dass die derzeitige Entwicklung bis zum Herbst 2013 zum Verlust von mehreren hundert Arbeitsplätzen für die Linke führen wird. Die dann arbeitslosen einfachen Mitarbeiter werden das Ganze nicht so komisch finden, wie die Aushilfshedonisten des Berliner Landesverbandes.
(jpsb)

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One Response to Linkes Kasperletheater: Personalfindung der Partei Die Linke entwickelt lächerlichen Charakter

  1. Rolf Köhne sagt:

    “die Aushilfshedonisten” ? Wo habe ich eine ähnliche Formulierung schon mal gelesen?