Mitgliederschwund setzt sich fort

Die Partei Die Linke leidet weiter unter einem massiven Verlust von Mitgliedern. Zur Vorstandsklausur am Wochenende lag laut Spiegel-Online ein interner Bericht vor, in dem festgestellt wird, dass von Juni 2011 bis Juni 2012 mehr als 4.300 Genossen die Partei verlassen haben. Damit zählt Die Linke nur noch rund 67.400 Mitglieder und erreicht damit den niedrigsten Stand seit der Vereinigung mit der WASG im Jahre 2007. Ende 2011 lag dieser Wert noch bei 69.458 Mitgliedern.

Der schon seit Jahren zu beobachtende Trend der Erosion der Parteibasis in Ost und West setzt sich damit weiter fort. Als weiteres Problem erweist sich die hohe Zahl von Genossen, die keine Mitgliedsbeiträge abführen. Dem Bericht ist zu entnehmen, so der Spiegel, dass gut 7.600 Mitglieder ihren Beitragspflichten dauerhaft nicht mehr nachkommen. Fast 20% der Mitglieder im Westen und 6% der Mitglieder im Osten sind im Rückstand, so der Bundesschatzmeister Raju Sharma in der Mitteldeutschen Zeitung vom Freitag.

Durch die hohe Zahl der nichtzahlenden Genossen erleidet Die Linke einen jährlichen Verlust von über einer halben Million Euro. Bereits im November 2011 lag dem Parteivorstand unter dem Titel “Für eine zukunftsfähige LINKE” der Abschlussbericht der Projektgruppe LINKE 2020 vor, die eingerichtet worden war, um für die Zukunft tragfähige Konzepte zur Mitglieder- und Beitragsentwicklung und dem notwendigen Aufbau der Parteiorganisation besonders in den westlichen Bundesländern zu erarbeiten. Ziel sollte sein, die Mitgliederzahl dauerhaft bei 70.000 zu stabilisieren und die durchschnittlichen Beiträge auf zumindest 13,50 Euro zu verbessern. Dies hätte besonders für die westlichen Landesverbände eine deutliche Kraftanstrengung bedeutet. Unter dem Eindruck der jetzt bekannt gewordenen Zahlen, wird der Parteivorstand sich dieses Themas erneut annehmen müssen.
(mb)

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