Zahl des Tages: 4.100

In Niedersachsen kämpft der Landesverband der Linken aktuell um den Wiedereinzug der Partei in das Landesparlament (Wahltermin 20.1.2013). Und weil Wahlkämpfe Geld kosten, hat sich die Bundespartei auch nicht lumpen lassen und den Genossen zwischen Harz und Heide über 400.000 Euro zur Verfügung gestellt. Rund 50.000 Euro sollen dabei allein für eine Meinungsumfrage verausgabt worden sein. Die Ergebnisse dieser Studie stehen dem zahlenden Mitglied freilich nicht zur Verfügung. Hinter vorgehaltener Hand soll die Schlussfolgerung der Meinungsforscher jedoch überschaubar sein. Die Partei hat nur geringe Chancen wieder in den niedersächsischen Landtag einzuziehen. Zudem wird die Partei in nahezu allen Politikfeldern als inkompetent angesehen. Erkenntnisse, die der NDR und Infratest-dimap erst vor kurzem komplett kostenlos offerierten.

Vor dem Hintergrund eines eher zähen Vorwahlkampfs scheinen die führenden Genossinnen und Genossen das Projekt „five more years“ dann wohl schon selber abgeschrieben zu haben. Kennzeichen dafür ist die geringe Spendenbereitschaft der örtlichen Vertreter des roten Populismus. Bereits der Finanzplan wies einen beschämend geringen Spendeneinnahmeposten aus. Nur 5.000 Euro an Spenden kalkulierten die Wahlkampfleiter Jan-Jörn Leidecker und Maren Kaminski für die laufende elektorale Kampagne ein. Wohlgemerkt, bei einem Verband, der über 10 Landtagsabgeordnete, 6 Bundestagabgeordnete, 249 kommunale Mandatsträger, vermeintlich über 3.000 Mitglieder und nicht zu vergessen viele gutbezahlte Fraktions- und Verbandsmitarbeiter verfügt.

Diese Woche musste sich nun Kaminski mit einer Bittmail an die Mitglieder wenden. Erst 4.100 Euro seien an Spenden eingeworben worden. Davon zahlreiche Mittelzuwendungen aus anderen Landesverbänden. Kaminki hofft aber auf weitere Spenden, um ein Agitationsmittel der holländischen Schwesterpartei im Wahlkampf nutzbringend einsetzen zu können. Die sogenannte „Rote Gefahr“ ist eine mobile Kücheneinheit und hat bereits den Wahlkampf der holländischen Sozialisten mittels kostenloser Ausgabe von Tomatensuppe auf Trapp gebracht. Schön, dass die Genossin Wahlkampfleiterin knapp sieben Wochen vor der Wahl doch noch eine gute Idee hat, wie die eigene Kampagne etwas Schwung bekommen könnte. Schade nur, und darauf weist Kaminski selber hin, dass auch diese „Rote Gefahr“ nicht in geringster Art und Weise durch- und gegenfinanziert ist.

Warum ein Verband mit Bundes- und Landtagsmandatsträgern, sowie gut bezahlten Fraktionsmitarbeitern allerdings nur ein geradezu lächerliches Wahlkampfspendenaufkommen generiert, das haben sich Genossin und Genosse Wahlkampfleiter wohl bisher nicht gefragt. Böse Zungen behaupten indes, dass die politische Nomenklatura des Verbandes das Geld lieber in die eigenen Sparstrümpfe stopft. In ein so unsicheres Projekt wie die Wiedereroberung des Leineschloss scheinen die bezahlten „Politprofis“ zwischen Leine und Waterkant dagegen nicht investieren zu wollen.
(jpsb)

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