[Update] Noch keine Trendwende in Niedersachsen

Seit dem 8. Januar ist die Partei- und Fraktionsvize Sahra Wagenknecht inoffizielle Spitzenkandidatin der Linken in Niedersachsen. Mit dieser überraschenden Personalie hatte man sich einen Aufschwung in der Wählergunst erhofft. Die aktuelle Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen, die vom 7. bis 9. Januar lief, zeigt diesen “Wagenknecht-Effekt” allerdings noch nicht. Die Linke wird weiterhin bei nur 3% und damit klar unterhalb der Fünfprozent-Hürde gesehen. Damit haben sich die Institute, die für ARD und ZDF die Demoskopie bereitstellen, eine knappe Woche vor dem Urnengang deutlich festgelegt.

Für die regierende CDU ermittelt FGW 39%, der Koalitionspartner FDP wird mit 5% wieder im niedersächsischen Landtag gesehen. Die SPD kommt in dieser Umfrage auf 33%, die Grünen auf 13%. Für eine Rot-Grüne Regierung unter Stephan Weil könnte es demnach knapp werden. Die beiden Lager stehen sich momentan mit 44 zu 46 gegenüber. Ein solches Beinahe-Patt dürfte es gerade für Die Linke schwer machen, weitere Wähler zu mobilisieren. Jeder Stimme für die Sozialisten, wäre demnach eine Stimme weniger für ein Rot-Grünes Regierungslager.

Auf Bundesebene hingegen konnte Die Linke in der neuesten Forsa-Umfrage sogar noch weiter zulegen. Das erste Mal seit Oktober letzten Jahres liegt die Partei wieder bei 9%. Mit 42% erreichen CDU/CSU in dieser Umfrage einen neuen Spitzenwert. Die SPD fällt auf 25%, die FDP sogar auf 2%. Die Grünen konnten sich auf Bundesebene danach auf 15% steigern. Zumindest im Bund bleibt eine Grosse Koalition damit immer noch die wahrscheinlichste Option nach der Wahl im Herbst. Allerdings dürfte das Ergebnis der Wahl in Niedersachsen für Bewegung in den Werten sorgen.

Für die Entscheidung über die Spitzenkandidatur der Linken dürften beide Umfragen den Anspruch von Gregor Gysi stärken. Am 21. Januar, also nach der Wahl in Niedersachsen, wollen sich die Parteivorsitzenden Kipping und Riexinger zusammen mit Gysi auf einen Vorschlag verständigen und diesen dann dem Parteivorstand und der Öffentlichkeit präsentieren. Schafft es Wagenknecht nicht, den verfestigten Trend in Niedersachsen noch zu drehen, dürfte es sehr unwahrscheinlich sein, dass sie als Spitzenkandidatin oder Teil des Kompetenzteams zur Bundestagswahl eine herausragende Rolle zugewiesen bekommt.
(mb)

Update:
Im Auftrag der CDU hat GMS eine weitere Umfrage für Niedersachsen durchgeführt. Wie bei FGW wurden die Zahlen zwischen dem 7. und 9. Januar erhoben. Die CDU kommt danach auf 41%, die SPD auf 33%, die Grünen werden bei 13% gesehen und die FDP bei 5%. Beide Lager wären nach dieser Umfrage exakt gleich stark. Auch hier wäre Die Linke mit 3% nicht mehr im Landtag vertreten.

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