Wagenknecht: Wurde mit Umfragen manipuliert?

In einem Interview mit der Zeitung Neues Deutschland präzisiert Sahra Wagenknecht den Vorwurf der Manipulation der Niedersachsenwahl durch die Demoskopie. Schon vor und kurz nach der Wahl, bei der Die Linke mit 3,1% eine herbe Niederlage erleiden musste, hatten führende Funktionäre von einem “Terror der Demoskopie” gesprochen. Durch die Verbreitung von Umfragen, die die Sozialisten mit 3% werteten, sei dieses Ergebnis dann am Wahltag auch eingetroffen. Wagenknecht legt nun nach und wirft Infratest-dimap und der ARD vor, eine Umfrage unterdrückt zu haben, um der Linken zu schaden.

Die stellvertretende Vorsitzende von Partei und Fraktion sieht ein großes Problem in der “Suggestionskraft der Umfragen” und der “geballte Medienmacht”, die gegen Die Linke gearbeitet hätte. “In einer Umfrage von Infratest Dimap lagen wir in der letzten Woche bei 4,5 Prozent. Doch die wurde nirgendwo publiziert.”, so Wagenknecht weiter. Sollte dies der Wahrheit entsprechen, hätte das für die ARD arbeitetende Institut tatsächlich massiven Einfluss auf die Wahlentscheidung ausgeübt.

Auf Nachfrage von Potemkin erklärte Irina Roth von Infratest-dimap, dass in der Woche vor der Wahl noch eine ganze Reihe von Indikatoren für die Wahlentscheidung erhoben werden. Eine Sonntagsfrage, aus der sich konkrete Werte ergeben, werde nicht festgelegt und “kann infolgedessen auch nicht veröffentlicht oder sonst wie verbreitet werden.” Roth weiter, “Der genannte Anteilswert für die Linkspartei ist deshalb reine Spekulation und entspricht nicht den Tatsachen.”

Sollte Wagenknecht an ihrem gegenüber dem ND geäusserten Vorwurf festhalten, steht sie nun in der Pflicht, diesen auch zu beweisen und offenzulegen, welche Daten von Infratest-dimap ihr vorliegen, woher diese stammen und wer die Entscheidung getroffen haben soll, diese zum bewussten Schaden der Linken nicht zu veröffentlichen. Handelt es sich aber nur um den untauglichen Versuch mittels Diskreditierung Dritter von der eigenen Verantwortung für die Niederlage in Niedersachsen abzulenken, muss die Parteiführung ernsthaft überlegen, ob es für die anstehenden Wahlen förderlich ist, eine Sahra Wagenknecht als Spitzenfrau der Westlinken im gerade erst vorgestellten Wahlkampfteam der Linkspartei zu halten.
(mb)

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