Piraten twittern sich ins Aus

Erst vor wenigen Tagen kündigte der Berliner Pirat und Chef der Fraktion im Abgeordnetenhaus, Christopher Lauer, seinen Rückzug aus Twitter an. Nicht nur stört ihn die mangelnde Reichweite, sondern auch die mögliche öffentliche Diskussion über seine eilig verfassten Kurzmeldungen. Wer sich die aktuelle Twitterschlacht zwischen Hilmar Schulz, Referent für Hochschul- und Wissenschaftspolitik der Piratenfraktion NRW, und seinem Chef Dietmar Schulz zu Gemüte führt, ahnt einen möglichen weiteren Grund für Lauers Rückzug aus dem Netz.

Die öffentliche Selbstdemontage der einstigen Hoffnungsträger der bundesdeutschen Politlandschaft soll wohl, wenn überhaupt noch möglich, etwas entschleunigt werden. Denn auch wenn man, völlig zu Recht wie der Dialog über Arbeitnehmerrechte in der NRW-Fraktion zeigt, in den Umfragen zwischen 2 bis 3 Prozent in der Flaute dümpelt, machen sich “Spitzenpiraten” vom Schlage Lauers immer noch Hoffnungen auf einen Einzug in den Bundestag. Angesichts des Schauspiels, das die Piraten in den letzten Monaten aufführen, dürfte sich dies glücklicherweise als eine trügerische Hoffnung erweisen. Und Lauer kann dann auch endlich das Schreiben in der FAZ einstellen und seine SMS-Flatrate kündigen.
(mb)

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