Bremen, Die Linke und der Antisemitismus

Schon mehrfach befassten wir uns mit den durchaus augenfälligen antisemitischen Tendenzen in der deutschen Linken. Ein Thema, das regelmässig zu erbittertem Streit zwischen den Genossen führt. Und zumindest von der organisierten Linken in der Partei Die Linke auch noch nicht abschliessend für sich geklärt worden ist. Verständlich, schielt man doch gerade im Westen angesichts sinkender Zustimmung auf die Teile der Linken, die nur zu gerne die Grenze zwischen berechtigter Israelkritik und offenem Antisemitismus weit nach Rechts verschieben.

Der Landesverband Bremen scheint sich hier in der Rolle des selbsternannten Vorreiters und Tabubrechers zu wähnen, um möglichst breit in den antisemitisch angehauchten Teil des linken Spektrums zu wirken und diesen an sich zu binden. War es 2011 noch der Boykott israelischer Waren, der den wachsamen Beobachter an „Kauft nicht bei Juden“ Aktionen der 1930er Jahre erinnerte, und 2012 die Besprechung des antisemitischen Buches „Wer rettet Israel – Ein Staat am Scheideweg“ von Arn Strohmeyer auf der Webseite des Landesverbandes, ist es nun eine Veranstaltung der AKL in der Hansestadt.

Am 9. April spricht die bekennende Antizionistin und Tierrechtlerin Susann Witt-Stahl aus Hamburg in der Villa Ichon über den „Antisemitismusvorwurf als ideologische Waffe“. Mit besagtem Arn Strohmeyer und Prof. Dr. Rudolph Bauer soll unter der Moderation des Bremer Linken Sönke Hundt darüber diskutiert werden, ob der Vorwurf, „dass der Antisemitismus in der Linken und Friedensbewegung in Gestalt eines „neuen“ „strukturellen“ oder „sekundären“ Antisemitismus fortbestehe.“ tatsächlich so „unwissenschaftlich, demagogisch und antiemanzipatorisch ist“, wie es angeblich „eine ideologiekritische Analyse ergibt“.

Zur Sprache kommen soll auch, ob es den Kritikern des Antisemitismus in der Linken nur darum geht, „neoliberale Expansion, neue imperialistische Kriege und das israelische Besatzungsregime in den palästinensischen Gebieten“ schön zu reden. Sicher wird die illustre Runde auch sich selbst bestätigen, dass linke Kritik am linken Antisemitismus eine Entwicklung ist, „die demokratiefeindlich ist und totalitäre Züge trägt.“ Zumindest die Liste der Co-Veranstalter zu denen die Arabische-Kultur-Gesellschaft, die KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und Migrantinnen, die Nahost-Gruppe der Bremischen Hochschulen (NHGB) und die Palästinensische Gemeinde in Bremen und Umland gehören, dürfte das Ergebnis dieser „Diskussion“ erahnen lassen.
(mb)


Hier zur Dokumentation der Einladungstext, da er auf der Seite der AKL nicht mehr abrufbar ist:
Antisemitismusvorwurf als ideologische Waffe

Susann Witt-Stahl (Journalistin, Hamburg) spricht am Dienstag 9. April 2013 um 19.30 Uhr in der Villa Ichon

Der moderne Antisemitismus ist eine Ideologie. Die Auswirkungen dieser Form von falschem Bewusstsein haben in dem von Deutschen begangenen Holocaust Millionen Menschen das Leben gekostet. Diese Tatsache ist unbestreitbar. Der rassistische Antisemitismus findet sich heute noch in Neonazi-Kreisen und bei anderen Rechtsradikalen. Die Entlarvung, Ächtung und Bekämpfung des Antisemitismus ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit.

Seit einiger Zeit allerdings wird von Neokonservativen, Neuen Rechten, aber auch von moderateren Vertretern neoliberaler Politik und von etablierten Medien behauptet, dass der Antisemitismus in der Linken und Friedensbewegung in Gestalt eines „neuen“ „strukturellen“ oder „sekundären“ Antisemitismus fortbestehe. Dieser Vorwurf stellt nicht nur jede Opposition gegenüber Israels Politik, sondern auch jede linke Kapitalismuskritik unter den Generalverdacht des Antisemitismus.

Eine ideologiekritische Analyse ergibt, dass diese Antisemitismus-„Theorie“ unwissenschaftlich, demagogisch und antiemanzipatorisch ist. Damit versuchen die Propagandisten neoliberaler Expansion, neuer imperialistischer Kriege und des israelischen Besatzungsregimes in den palästinensischen Gebieten (inklusive permanenter Verstöße gegen das Völkerrecht), Kritiker mundtot zu machen. Der Antisemitismus-Vorwurf dient also als Instrument, um notwendige (friedenspolitische) Debatten zu ersticken – eine Entwicklung, die demokratiefeindlich ist und totalitäre Züge trägt.

Um diese Probleme geht es in dem Vortrag. Es diskutieren mit: die Autoren Prof. Dr. Rudolph Bauer und Arn Strohmeyer (Verfasser des Buches „Wer rettet Israel? Ein Staat am Scheideweg“), Moderation: Prof. Dr. Sönke Hundt, online-Redakteur bei die LINKE Bremen

Veranstalter:
Gesprächskreis Nahost (Arn Strohmeyer, Sönke Hundt, Rudolph Bauer, Arno Hopp; Gisela Vormann, Zacariya Masoud)
Nordbremer Bürger gegen den Krieg
Antikapitalistische Linke (AKL)
Kreisvorstand Links-der-Weser der LINKEN
Die Arabische-Kultur-Gesellschaft e.V. Bremen
KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und Migrantinnen-Bremen
Nahost-Gruppe der Bremischen Hochschulen (NHGB)
Palästinensische Gemeinde in Bremen und Umland

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45 Kommentare zu Bremen, Die Linke und der Antisemitismus

  1. abgwb sagt:

    Eine Stellungnahme zur Veranstaltung gibt es hier:

    http://abgwb.wordpress.com/2013/04/11/in-stahlgewittern/

  2. dos sagt:

    ich finde das eine Ehrenbezeichnung, schließlich geht das auf die Charta 77 zurück, die ich teile, soweit ich mich erinnere … .
    Warum soll er deswegen draussen bleiben?

    Und die „zerknautschten Broschüren“ o. so. ä. : nun ja, wer nicht ?

  3. dos sagt:

    wo bronstein recht hat, hat er recht …

    das Gleiche sage ich auch den nach ’74 eingetretenen SPD-Mitgliedern, – mithin zur WASG, wobei ich deren Dominanz zunächst akzeptieren musste und daher nur Angebote unterbreiten konnte, relevante Schichten u. Gruppen jenseits des originären SPD/WASG-Spektrums für die Partei zu erschließen, als Umsetzung der 1. Präambel, vom inhaltlichen über’s demokratisch-verfahrensmäßige bis zu techn. Umsetzungen. Das brauchte aus den herrschenden Cliquen der Partei niemand, auch wenn beim OV-Sprecher 7, 8 Monate UNMITTELBAR NACH DER GRÜNDUNG hier, das Mail „nicht funktionierte…“ und und und …

    Die Verbohrtheit und Eisekälte der mit Mercedes, prima Stadtwohnungen, z. B. unmittelbar an der Fürther Freiheit und anderen Vorzügen z. B. aus gescheiterter BR-Arbeit bei Quelle und anderen Ausstattungen, vergl. Th. Händel, versorgten lokalen Großlinken gegenüber der nicht-marxistischen Linken links von der SPD war frappierend.
    Der WASG-Exodus aus der SPD war letztlich Folge der SPD-Repression nach links (Berufsverbote, zur weiteren geistigen Entwicklung siehe Schnapp-Essay im Spiegel, die ök. Lehren von Flaßbeck bis Asmussen, Schröder u. Blair) in deren 30-jährigen Folgen „keine Alternative“ mehr zulässig war. Das trieb die W-Leute in Widerspruch zur Partei und in die Arme des Mißverständnisses, wer linker sein wolle als die SPD, müsse zum Marxismus zurück, zumindest in der diskursiven „Auseinandersetzung“.
    Darüber werden weitere 150 Jahre nachfolgender Erkenntnisgeschichte schlicht vergessen. Würde sie links von der SPD rezipiert, bestünde auch eine Chance, sich „ökonomisch“ sinnvoll aufzustellen, – als erste Partei seit langem !

    Flagellantische Peitschenhiebe auf das tragende Rückgrat des hiesigen Wohlstandes/relativen Gutgehens für 80% aller Leute hier, auf den Export, machen da wenig Sinn und überzeugen niemanden.
    Wenn zunächst mal der ILLEGALE Teil deutscher Exportförderung entfallen würde, wär‘ das schomma ’n Fortschritt.
    Im übrigen rächt sich jetzt das Fehlen unabhängiger Wirtschaftsprüfer bzw. die Nichtverfolgung meiner kurzen Vorschläge dazu an die Partei, ca. 2007/8. Statt dessen regiert die alte Hybris, daß ohne UNABHÄNGIGE Stellen, die auch gesamtwirtschaftlich die Wahrheit sagen, soetwas wie „Kapitalkontrollen“ und andere, z. T. sogar „marktkonstitutive“ Regulierungen und Eingriffe sinnvoll u. mittel- bis langfristig überhaupt möglich/sinnvoll sind. Derzeit gleichen die Konzepte einer Schnecke, die dem Hasen hinterwill, bzw. der von mir beschriebenen Analogie eines Aufsichtsrates der alle 3 Monate tagt, um über über die Ventilstellungen in einer Chemiefabrik zu entscheiden:
    Explosion vorprogrammiert!
    Wer regeln will ohne Instrumente und vor allem OHNE hinreichend vollständige WAHRNEHMUNG und glaubt, ohne kybernetische Regelkreise auskommen zu können, handelt fahrlässig und bei Demos dazu ist es halt ein Sektentreffen.

  4. roskar sagt:

    als stalinist war ich im msb sicher nicht unterwegs. die haben so argumentiert, wie ich es beschrieben habe. dies und die tatsache, dass die su immer als speerspitze im kampf gegen imperialismus und reaktion gesehen wurde, obwohl diese doch eher ein zukurz gekommener imperialist war- siehe die heutigen ehemaligen sow. republiken, polen, finnland- hat mir klargemacht, in der falschen veranstaltung zu sein. aber diese haltung war nicht auf die kommies beschränkt. ,ich war 75-76 mit falkens in der su. bei einer veranstaltung freute sich der heutige nrw-minister schneider, dass wir hier im smolny, wo lenin das dekret…..etc.die enteignung des bodens war sicher eine richtiger erster schritt.nur was folgte war eine einzige katastrophe für die bauern. es wäre für die damalige landbevölkerung besser gewesen es beim alten zu belassen, es wäre so wohl nicht zu den entsetzlichen hungerkatastrophen in der 20ern und 30ern mit ihren blutigen beschlagnahmungen auch des saatgutes gekommen- von den deportationen und willkürlichen erschießungen nicht zu reden.in der su las ich letzt, wurde in den 70ern auf 4% der bebauten lw. nutzfläche, die privat waren, 25% der gesamternte erzeugt.
    noch eins:im herbst-winter73-74 gab es in spanien einen bergarbeiterstreik. nach einer veranstaltung der urania erklärte mir ein altkommunist, warum die su trotzdem kohlen nach spanien lieferte. diese art von „proletarischem internationalismus“ war nicht mein ding. der hat argumentiert wie ein kapitalist. verträge müssten eingehalten werden, vertrauensgrundlage für weitere „geschäfte“ entwickelt werden. da war ich hinterher ziemlich desillusioniert.da hatte ich doch andere vorstellungen.
    der entscheidende punkt für meinen vollständigen abschied von diesen vorstellungen war meine erste staatsexamensarbeit über die novemberrevolution. ich habe mich da auch mit dem einfluß der russ. kommunisten auf liebknecht et al. beschäftigen müssen, mit dem oktoberputsch und den blutbädern, die praktisch vom ersten tag an stattfanden.wobei in den 70ern die quellenlage deutlich schlechter war als heute. allerdings konnte man zum beispiel der USP-FREIHEIT entnehmen, dass innerhalb der berliner usp massiv über die gräueltaten in russland diskutiert wurde auch erinnerungen ehemals führender usp-ler wie prager, dokumentieren dies. in diesem zusammenhang konnte man schon damals auf die heftigen diskussionen innerhalb der usp in sachen 21 bedingungen der komintern zurückgreifen.
    wenn man dann noch den amnestieerlaß zum 2.jahrestag des oktoberputsches zur hand nimmt, wer alles amnestiert werden sollte-hochspannend.von „revolutionären kommunisten,anarchisten, menschewiken“ u.a. aber nur, wenn sie nicht mehr gegen die bolschewiken agieren.leider waren zum amnestiezeitpunkt schon zehntausende der betroffenen ohne verfahren ermordet worden..
    vielleicht, lieber bronstein, demnächst etwas sachlicher.dass frau rosa, in der tatsache, dass sie in der durchführung der oktoberrevolution durch lenin und trotzki „eine ehrenrettung des internationalen sozialismus“ sah, wie es letzt in einem leserbrief im nd dokumentiert wurde, entwertet ihre „kritik“ an den gewalttaten lenins m. e. erheblich. und zeigt, dass der einfluß der russischen bolschewiken immens war. das berühmte noskezitat, naja, notwehr?? selbstverteidigung?? gerechtfertigt??
    aus sicht derer, die nicht von einer troika in 5 minuten zum tode verurteilt und erschossen werden wollten, kann es keine zwei meinungen geben. gemessen an den ereignissen in russland waren die „bluthunde“ noskes recht zurückhaltend.
    dies ist keine rechtfertigung, der durch reaktionäre freikorps durchgeführten morde im winter 19, während des sülzeaufstandes in hamburg, in münchen,im ruhrkampf. das waren durch nichts zu entschuldigende gräueltaten. aber sie sind nun mal nicht vom himmel gefallen, haben nicht im luftleeren raum stattgefunden.
    ihre nachwirkungen spüren wir bis heute, die einseitigen schuldzuweisungen an die spd sind jedenfalls unangebracht, die gemengelage war doch etwas komplizierter.

  5. mb sagt:

    und ich finde, ihr aktueller gastauftritt ist damit beendet. 🙂

  6. roskar sagt:

    man ist weder komplize, noch hat die bürgerliche presse immer unrecht. dieses beliebte „du bist der bürgerlichen presse auf den leim gegangen“ ist links wie rechts das hauptargument, weil man argumentativ nicht mithalten kann. ich habe mir letzt mal band 2 der thälmannreden und artikel für billig geld besorgt,1929-30. es ist unfassbar:wenn man ein paar namen austauscht, ein paar formulierungen aufhübscht, ist man in der jetztzeit.
    thälmanns umgang mit der historiscen wahrheit, d.h. es sinngemäß, dass deutsche proletariat muss das diktat von versailles zerreißen, so wie das russische das von brest-litowsk zerrissen hat.noch fragen?
    und die abrechnung mit „parteifeinden“. die kp muss, glaubt man et., ein tummelplatz von selbigen gewesen sein. deshalb konnte die kp nicht so wirklich erfolgreich sein, bei ihrer arbeit an und in den verblendeten sozialdemokratischen massen. akl und kpf, ich hör euch trappsen.
    es ist deprimierend zu sehen, wie sehr bei denen, die sich an der spitze des gesellschaftlichen fortschritts wähnen, erklärungsmuster funktionieren, die eigentlich nur noch historiker interessieren dürften und sollten.

  7. Bronstein sagt:

    Hier wird mit Inbrunst solides Halbwissen aus verschwitzten und zerdrückten Broschüren und esoterischen Vorträgen vorgetragen. …Ich finde, dieser Blog sollte „Wiener Nachtasyl“ heißen.

  8. Bronstein sagt:

    Du warst Stalinist im MSB der DKaputt und hast nun zu recht schwere Schuldgefühle. Wenn du dort wie ich argumentiert hättest, wärst du dort kein Mitglied gewesen.
    Jetzt weiß ich aber wo das unterste Niveau einiger Leute hier herrührt.

  9. Bremer sagt:

    Nicht „die Rechte“ delegitimiert die Linke mit (angeblichen) Antisemitismus bzw. Antizionismus, sondern sie delegitimiert sich selbst damit, denn es zeigt sich hier ein Schwarz-Weiss-Denken, das für praktische Politik nicht zu gebrauchen ist. Es wird aufgezeigt, das einige noch in ideologischen Rastern aus dem letzten Jahrtausend verhaftet sind. Und wenn man das (bei der Linken) problematisiert, ist man nicht „der Täter“ oder Komplize der „bürgerlichen Presse“. Hier zeigt sich dann wieder das Entweder/Oder-Denken.
    Exkurs: Auch die Bildzeitung ist nicht für viele Morde verantwortlich, wenn sie darüber berichtet.

  10. dos sagt:

    Na dann steht dem Untergang ja nix mehr im Wege … blubb, blubb … und Tschüß!

  11. roskar sagt:

    ich war 73-74 für ein jahr mitglied im msb, der studentenorganisation der dkp. ich hab damals wie bronstein und andere argumentiert.kam mein alter herr mit den waldheimprozessen, konterte ich mit dem kpd-verbot, etc. das war ein reines pingpong. endete oft im streit und laut, sehr laut.es hat schon einige zeit gedauert bis mir die fragwürdigkeit meiner argumentation bewußt wurde. und noch längere zeit dauerte es, bis ich sie überwunden hatte. fällt schwer sich von liebgewordenen zu trennen.

  12. Hans-Georg sagt:

    Einfach immer wieder herrlich zu lesen wie schnell einige Linke bei der Sache sind wenn es gilt eigene Sünden und Mißstände gegen die der anderen aufzuwiegen. Die Linken wollen die politische Kraft sein in der Antisemitismus und Rassismus keine Grundlage mehr haben sollten. Wir wollten uns einmal an unseren eigenen Maßstäben messen lassen. Nicht an denen unserer Konkurrenten und Gegner. Das Abqualifizieren von Kritikern aus den eigenen Reihen als Parteifeinde kommt sicher vielen noch bekannt vor. So lange ist es ja noch nicht her das sowas gang und gäbe war.

  13. roskar sagt:

    das ist so nicht. ich bin nicht in die pdl eingetreten, um diese zu delegilimieren. ich habe mir dann anhören müssen, dass „der kampf gegen israel teil des kampfes gegen den westlichen imperialismus“ sei.
    niemand wird bestreiten können oder wollen, dass es antisemiten auch in anderen parteien hat. nur: was hat dass mit der pdl zu tun. wird dadurch der antisemitismus einer höger, eines dehms erträglicher?
    zuerst kehren wir mal vor der eigenen tür.
    es ist die alte masche der kommunisten und antiimps: an allem sind die anderen schuld. so wie es in der frühen ddr keine arbeitsunfälle, sondern nur sabotage des bösen klassenfeindes gab- gut, manchmal war das wetter schuld- ist an allen mißerfolgen der pdl die berichterstattung der bürgerlichen medien schuld.
    ich kann doch nicht glaubwürdig sein und rufen: der und der und die machen es genau so. die sind noch viel schlimmer als ich. ich kann doch die verfolgung von politischen gegnern in der ddr nicht mit der kommunistenhatz in der brd entschuldigen.

  14. Bronstein sagt:

    Was ist eigentlich mit den ganzen Truthern, Spinnern und mehr oder weniger offenen Antisemiten bei den PIRATEN? Kein Problem, nicht war? Die FDP als Schutzmacht der NPD? Nicht wichtig.

    Es geht ja auch um was ganz anderes, diese Anfeindungen gegen die Linkspartei haben weder das Ziel die berechtigten Ängste und Sorgen des jüdischen Volkes ernstzunehmen, noch um die legitimen Interessen der Israelis und der Palästinenser geht es, das Ziel ist die Delegitimierung der gesellschaftlichen Linken!

  15. Bronstein sagt:

    Nein, bei der TITANIC!

  16. Bronstein sagt:

    Hat dein Radiomacher, Dr. Sargmacher auch herausgefunden ob (auch) Trotzki den Bolschewismus für den Antisemitismus verantwortlich machte? So als ne Art Vorläufer von Courtois und anderen? Am Ende findet jemand raus was schon Hitler herausgefunden haben wollte, nämlich, dass die Juden am Antisemitismus und an ihrer Ermordung selbst schuld waren.

  17. Bronstein sagt:

    Glaubst die an die Wiederauferstehung? Ich meine die zeitnahe von Robert Kurz? Wer nicht dran glaubt, und lebende Kritiker der ADs hören möchte, muss eben mit SWS vorlieb nehmen.

  18. mb sagt:

    ich meinte natürlich, dass meinem artikel von meiner seite nichts neues hinzuzufügen ist. die kommentare hier finde ich auch sehr wertvoll als „virtuelle diskussion“. aus diesem grund ist mir / uns diese funktion hier im blog auch sehr wichtig.

  19. dos sagt:

    Ooch, ich finde gerade diese Kommentarliste eine lohnende Ergänzung zum Artikel, – zwar zu Kernfragen des Problems und weniger zur Veranstaltung selbst, aber mit aktuellen Name- & Fact-Droppings.
    Die kann man vermutlich auch anderswo bekommen, aber warum nicht hier und per Kommentar?
    Freu Dich über den Erfolg/die Resonanz Deiner Arbeit (dazu eben auch die Unterhaltung der Kommentarfunktion), statt selbige mit den Kontributoren zusammen zu entwerten.

    Vermutlich gibt’s zur Veranstaltung selbst wirklich nicht viel mehr zu sagen, als Du geschrieben hast, – aber zu den Kernfragen?

    Gewiß ist z. B. die Verhaftung palästinensischer Polit-Strukturen an die Bewirtschaftung des P.-Elends, – und der damit einhergehenden Israelkritik -, als einer existenziellen
    Apparat-Verknüpfung dieser Strukturen mit der Existenz dieses Elends, wohl zu kritisieren, ist aber für die Linke ja nun nicht unbekannt: Auch sie gehört sowohl gemäß ihrer Selbst- als auch Fremdbestimmung zu den Elends- bzw. „Kritik“-Bewirtschaftern im Bereich des Machtpolitischen.

    Wer nun „ergebnisoffen“ überhaupt ein „Ergebnis“ anstreben will (dazu eignen sich Kommentarlisten eh nicht), muß zunächst recognizieren, warum man sich überhaupt mit der Frage befasst, denn das prädestiniert die Brauchbarkeit eventueller „Ergebnisse“.
    Da kann man nur sagen: beide Seiten, Israel u. die P. fordern/erwarten/bekommen von der PdL u. v. Staat der BRD
    „Solidarität“.
    Aus diesem „Korb“ lassen sich hundert unterschiedliche Ausgangsfragen zur konkreten Beurteilung ziehen.
    Ca. 80 davon bedürften einer geradezu richterlichen Kompetenz, um die je tatsächliche Betroffenheit von ca. 60 involvierten Rechtsgütern und moralischen Werten in der historischen und aktuellen Faktizität zu ermitteln und die Gewichtung der Rechtsgüter und Werte untereinander abzuwägen.
    Dann kann man mit Glück auch „Ergebnisse“ erzielen.
    Keine der involvierten Parteien unterstützt ein solches Verfahren, sondern beiderseits sind Lügen & pure, d. h. leere, Propaganda unterwegs.

    Und, wie Bronstein offenbarte, ging es bei der Veranstaltung ja auch gar nicht PRIMÄR um die Nahost-Frage(n), sondern laut „Einladungstext“ (bronstein) um „die Auseinandersetzung mit der antideutschen Ideologie“.
    Innerhalb der ANTI-antideutschen I. dient die P./I.-Frage in der Regel sowohl als Ursache („Schuldkomplexe“ u. ä. schwammiges Zeug, -> wär‘ das was für Euren Fan der „humanistischen Psychologie“ ?) und auch als Ausdruck jener angeblichen „Ideologie“, bzw. eines z. T. sogar „Bewegung“ genannten Geisterphänomens in einem „falschen Verhalten“ im Politischen.

    Da ich meine Kritikbewirtschaftung trotz Mitgliedschaft nicht an irgendwelche PdLer delegiert habe, und in den P-I-Fragen keine Instanz erkennen kann, der ich in dieser Frage trauen würde, wäre es an den Parteien(P & I) selbst, mir konkrete Ansinnen darzulegen. Das tun sie nicht, ergo kriegen sie nix von mir. Keine Stimme innerparteilich und nicht bei Wahlen. Da fast alle mehr o. minder nicht ganz nachvollziehbar mal so oder so positioniert sind kriegt halt keiner meine Stimme und
    erst recht keine Aufteilung in „Antideutsche“, Nicht-Antideutsche und ANTI-Antideutsche als relevante Gliederung der Diskurslandschaft.

  20. Frank sagt:

    Ahja, eine Auseinandersetzung mit der „Antideutschen ideologie“. Das hat Robert Kurz doch schon hinlänglich getan: „Die antideutsche Ideologie: Vom Antifaschismus zum Krisenimperialismus: Kritik des neuesten linksdeutschen Sektenwesens in seinen theoretischen Propheten“
    http://www.amazon.de/antideutsche-Ideologie-Antifaschismus-Krisenimperialismus-linksdeutschen/dp/3897714264

    Wird Kurz ausführlich angeführt werden? Ich glaube nicht. Schließlich hat er ebenso deutlich die ideologische Verwahrlosung von linker Antizionistinnen wie die wittstählerne Susanne und Hamasfreunden wie Hundt und Strohmeyer verurteilt.

    Aber was solls? „Israelkritische“ Veranstaltungen und Demos sind ohnehin ohne LINKE-Fahnen nahezu unvorstellbar 🙂 Man wird doch noch demonstrieren dürfen… Das daneben die Flaggen der „sozialen Bewegungen“ wie Hamas und Bozkurt wehen, nunja.

  21. dos sagt:

    Jou, Augstein und Blome in schriftlich und links …
    bitte über den 1. April hinaus fortsetzen !

  22. Mümmel sagt:

    @Bronstein Ah, ich sehe, deine Bewerbung um ein Praktikum bei er BILD-Zeitung war erfolgreich.

  23. mb sagt:

    auch nach mehrmaligem durchlesen kann ich nicht erkennen, dass hier jemand auch nur halbwegs den plan hat ergebnisoffen zu diskutieren. meinem artikel ist nichts neues hinzuzufügen.

  24. Bronstein sagt:

    Nochmal: Wie dem Einladungstext zu entnehmen ist, geht um die Auseinandersetzung mit der Antideutschen Ideologie.

  25. Bronstein sagt:

    Sensation! Hitlerforscher Treitinger: „DAS hat der Führer NIEMALS gesagt!“

  26. Hans-Georg sagt:

    Ein anderes Beispiel wären die nach der Annexion Ostpolens durch die damalige UdSSR vertriebenen Menschen. Wie würden Staaten wie Rußland,Belarus und die Ukraine reagieren wenn diese Menschen einschließlich ihrer Kinder,Enkel und und… ein Rückkehrrecht in ihre alte Heimat beanspruchen würden ? Oder die Vertriebenen der Kriege in den Staaten exJugoslawiens ? Die Politik der meisten europäischen Staaten zum Nahostkonflikt ist nach meiner persönlichen Meinung einfach nur verlogen. Sie fordern von Israel etwas daß sie in ähnlich gelagerten Fällen für andere ablehnen.

  27. Hans-Georg sagt:

    Verantwortlich dürfte dafür die UNO gewesen sein. Es gibt bei der UNO sogar eine eigene Organisation die nur für die Angelegenheiten der palästinensischen Flüchtlinge verantwortlich ist. Für alle anderen ist das UNO-Hochkomissariat für Flüchtlingsfragen zuständig. Das es so ist dürfte dem Kalten Krieg mit geschuldet gewesen sein. Die arabischen Staaten spielten seinerzeit die antiimperialistische Geige. Somit fanden sie die Unterstützung der Ostblock-Staaten und der meisten Staaten der Dritten Welt. Für die meisten arabischen Staaten(Ausnahme Jordanien) und ihre Despoten waren die Palästinenser nur eine politische und wirtschaftliche Verfügungsmasse. Der Verweis auf die „palästinensische Sache“ kaschierte zum einen die eigenen Großmachtpläne z.B. Nassers. Zum anderen konnte man die Flüchtlinge die ja nicht die gleichen Rechte wie Einheimische hatten im Falle wirtschaftlicher Krisen jederzeit wieder rauswerfen. Das spielt besonders in den Golfstaaten die ja überwiegend von der Arbeit der Gastarbeiter leben eine Rolle. Von progressiven Intelektuellen in den arabischen Staaten wird schon seit einiger Zeit das Ende der Vererbbarkeit des Flüchtlingsstatus der Palästinenser gefordert. Er wird auf der einen Seite als Hindernis für einen dauerhaften Frieden angesehen und andererseits als einzunehmendes Problem für die Gastländer betrachtet. Dies vor allem durch die Bildung einer Paralellgesellschaft mit den sich daraus ergebenden negativen Folgen für die politische Stabilität der Gastländer. Fatah und Hamas dagegen wollen weiter am bisherigen Status festhalten.

  28. roskar sagt:

    danke,d.h. die genfer flüchtlingskonvention gilt mit ihrer hierzu geradezu restriktiven auslegung des flüchtlingsbegriffes nicht? wer ist dafür verantwortlich? vor allem: WARUM??

  29. Hans-Georg sagt:

    Die Palästinenser haben das einmalige Privileg daß ihr Flüchtlingsstatus vererbbar ist. Das heißt Kinder die bereits in der 2-3 Generation im Ausland geboren wurden sind nicht Bürger des Geburtslandes sondern wie ihre Großeltern Flüchtlinge aus Palästina. Selbst Yassir Arafat ist ja eigentlich mit seinem Geburtsort Kairo ägyptischer Bürger gewesen. Einzig der größte Teil der heute in Jordanien lebenden Palästina-Araber hat das Angebot angenommen jordanischer Staatsbürger zu werden. Dort stellen sie übrigens die Bevölkerungsmehrheit. In den größeren Städten Jordaniens beträgt der Anteil der Palästinenser bis 90 %.
    Keiner anderen Flüchtlingsgruppe wurde das Privileg zuteil ihren Status vererben zu können. Dieser gilt allgemein nur für die eigentlichen Betroffenen. Die im Exil geborenen Kinder und Enkel haben diesen Status nicht mehr.

  30. roskar sagt:

    wie konnten eigentlich aus-großzügig gerechnet- 800.000 6 millionen werden?da müsste es doch heute bei uns mehr als 40 millionen heimatvertriebene geben. man stelle sich vor, frau steinbach forderte für diese ein heimkehrrecht!!!!

  31. dos sagt:

    na ja, – letzteres hat wohl vor alllem andere Gründe.

    Und wer Verschwörungstheoremen A PRIORI eine Totalabsage erteilt, blendet früher oder später die Realität aus, die er/sie ja auch ansonsten nach „bewegenden Kräften“ und deren (Bewegungs-) „Gesetzen“ analytisch zu fassen sucht.
    (i. d. R. OHNE die berechtigte, aber als „postmodern“ verschrieene „Relativität“ solchen Erkennens/solcher Epistemologie in seiner/ihrer Gewichtung wirklich aufzunehmen, – vor allem nicht hinsichtlich der Handlungsrelevanz der analytischen Ergebnisse.)

    Da wäre es schon seltsam, wenn einer lahmenden bzw. gefährdeten Großbaustelle der USA mit Afg. & Bin-Laden (mal Freund, mal Feind) nicht auch von seiten der überflüssig zu werden drohenden (Teil-) Apparate gehörig aufgeholfen worden wäre.

  32. Frank sagt:

    Im Rahmen einer Vortragsreihe der „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2012“ in Erlangen gab es einen hochinteressanten Beitrag. Dr. Olaf Kistenmacher, Historiker und Radiomacher sprach über

    „Rätekommunistische und anarchistische Kritik am Antisemitismus von links“

    Daß es innerhalb der politischen Linken Judenfeindschaft gab und gibt, ist bekannt. Weniger bekannt ist die sehr frühe Kritik daran. Franz Pfemfert, Rätekommunist und Mitbegründer der KPD, wies Anfang der 1920er Jahre auf judenfeindliche Äußerungen innerhalb der kommunistischen Bewegung hin. Er hatte die Partei 1920 verlassen und zeigte in seiner Zeitschrift “Die Aktion” ihre Entwicklung zu einer nationalistischen und stalinistischen Kaderpartei auf. Zur gleichen Zeit registrierte Leo Trotzki judenfeindliche Tendenzen in der
    Sowjetunion, sprach sie jedoch kaum öffentlich an. Das passierte erst 1937, während der Moskauer Schauprozesse, in seinem postum veröffentlichten Text “Thermidor und Antisemitismus”. In ihren
    Reiseberichten aus Sowjetrußland zitierten die US-amerikanische Anarchistin Emma Goldman und ihr Lebensgefährte Alexander Berkman aus Gesprächen mit Jüdinnen und Juden über eine neue Form der
    Judenfeindschaft. Diese Berichte waren nicht einstimmig: Manche waren den neuen Machthabern dankbar, andere sprachen hingegen von “stillen Pogromen”. Ein Jude erklärte Goldman und Berkman, der Bolschewismus
    habe “die antisemitische Einstellung der Massen verstärkt”. Der Vortrag rekonstruiert die Motive, warum Berkman, Goldman, Alexandra Ramm-Pfemfert, Franz Pfemfert und Trotzki etwas kritisierten, was vielen anderen innerhalb der kommunistischen Linken nicht einmal auffiel.

    Vortrag online anhören: http://shalom-bayern.blogspot.de/2012/03/veranstaltungshinweis-wochen-gegen.html

  33. Mümmel sagt:

    Um das kurz zu ergänzen: „Hintergrund“ ist ein Meidum für das u.a. Witt-Stahl schreibt, in dem man aber auch so Artikel findet, in denen mal erklärt wird, dass der 11.9.2001 im Zusammenhang mit eienr verdeckten Operation der USA steht und anderes wirres Zeug. Wer sich auf Verschwörungstheoriedeppen einlässt, darf sich cniht wundern, dass kritische Linke keinen Bock mehr auf Zusammenarbeit haben.

  34. Bremer sagt:

    Der Antisemitismus einiger Linker ist m.E. nur punktuell ohne das den Protagonisten bewußt ist, das sie an eine rechtsextreme Ideologie „andocken“. Auch eine Benennung als Antizionismus statt Antisemitismus ist nur eine „Augenwischerei“.

  35. Mümmel sagt:

    „Illustre Runde“ als Wendung Hitlers? Sehr unwahrscheinlich, der hat einen gänlich anderen Sprachgebrauch gehabt. Mir fiele jetzt keine Stelle bei Hitler ein, wo er die Wendung aufgreift – schon gleich gar nicht im Kontext mit Churchill. Üerhaupt ist seine Sprechweise ganz anders geprägt, mit wenig adjektiven, davür vielen Substantiven an die ein Relativsatz gehängt wird; der hatte keinen Dreang zur kurzen, griffigen Wendung. Es entspricht auch gar nciht dem sonstigen Sprachgebrauch der Nazis (abgesehen von Goebels in den früheren seinee Tagebüchern, aber der auch nicht öffentlich). Gibt es also dafür, dass Hitler derartige Wendugnen verwendet hat, einen Beleg oder ist das nur so ein falscher Vorwurf um anderen was zu unterstellen. Und nur kurz zu Witt-Stahl: seit sie ei dem MAgazin „Hintergrund“ mit so dubiosen und sehr zweifelhaften Gestalten wie Sebastian Range oder dem (als V.i.S.d.P. also verantworlticher REdakteur) Verschwörungstheoretiker Ronald Thoden zusammenarbeitet, kann ich sie einfach nicht mehr für voll nehmen.

  36. Bronstein sagt:

    Zunächst mal: Susanne Witt-Stahl wird durchaus in Softcore Antideutschen Kreisen akezptiert und rezipiert. Sie arbeitet seit Abschluss ihres Studiums der Musikwis­senschaften und Philosophie in dem Netzwerk freier Journalisten stahl­press Medienbüro, Ressorts Kultur und Politik, in Hamburg (www.stahlpress.de). Sie hat zahlreiche ideologiekritische Artikel und Aufsätze über die Vermittlung und Verformung des Krieges durch die Kulturindustrie.
    Der Artikel von MB ist denunziatorisch und demagogisch. Es wird der Vorwurf konstruiert, es ginge um eine Diffamierung Israels oder eine Lobhudelei auf die Palästinenser. Wo bitte steht das? Es geht um den Antisemitismusvorwurf, explizit um den in der Linken.
    Die Sprache des Autors MB – „illustre Runde“ – empfinde ich übrigens als strukturell antisemitisch. Das ist die Rhetorik Hitlers in seinen Tiraden gegen Churchill.
    Es wäre nicht das erste mal, dass jene, die als vermeintliche Freunde Israels aufreten und vehement den Vorwurf des Antisemitismus erheben, selbst bis oben voll von braunem Dreck sind!

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  38. Bremer sagt:

    viele leben doch mental noch im 19. oder 20. Jahrhundert. Die glauben noch an die (mathematische) doppelte Negation auch in der Politik: der Feind meines Feindes ist mein Freund.

  39. Hans-Georg sagt:

    @DingDong Große Teile der Linken leben weiterhin mit den Geschichtslügen aus Zeiten des Kalten Krieges. Generationen von Linken sind mit der von den „Realsozialisten“ und prosowjetischen Kommunisten im Westen umgeschriebenen Geschichte Israels ab 1948 groß geworden. Da wurde weder auf die wirkliche Geschichte des Zionismus,die Balfour-Deklaration,die historischen Grenzen des Mandatsgebietes Palästina eingegangen. Der Angriffskrieg der arabischen Nachbarn Israels 1948 wurde zum ersten Aggressionskrieg Israels umgelogen,von der anfänglichen Unterstützung Israels durch die UdSSR war keine Rede mehr. Es wurde zwar immer wieder mit der Zahl von 760000 geflüchteten und vertriebenen Arabern nach 1948 politisiert. Die 850000 aus den arabischen Ländern zwischen 1948 und 1976 vertriebenen Juden fielen ebendso unter den Tisch wie die innerarabischen Vertreibungen der Palästina- Araber. Kuweit vertrieb z.B. 1991 450000 Palästina-Araber.
    Der linke Antisemitismus scheint heute sowas wie der Kitt zu sein der verschiedene linke Gruppierungen ideologisch noch zusammenhält. Da denke ich gerade an verschiedene Kleinstparteien und Sekten die sich vorher gegenseitig bis aufs Messer bekämpft haben sowie Anhänger von SL,AKL und KPF die heute innerhalb der Linken sowas wie eine Zweckgemeinschaft bilden. Dazu kommen noch altlinke Politwanderer wie Herr Dehm.
    Wenn es schon woanders kaum Gemeinsamkeiten gibt müssen wenigstens die Feindbilder stimmen.

  40. DingDong sagt:

    Warum wird eigentlich im Zusammenhang mit der Staatsgründung eines palästinensischen Staates in „linken“ Kreisen selten diskutiert, dass es zwar israelische Bürger arabischer Herkunft gibt (obwohl: die sind ja Bürger 2. Klasse…klar ist ja ein Apartheidsstaat…deswegen gibt es ja auch keine arabischen Parteien in der Knesset, die ungestraft die militanten Aktionen der Hamas abfeiern können, oder doch? uvm.) „Palästina“ aber 1a judenrein zu sein habe (Forderung: Siedlungsaufgabe im Westjordanland). Warum gibt es eigentlich fast keine Juden mehr in Jordanien und anderen ehemaligen Siedlungsgebieten und warum findet das die „Linke“ eigentlich toll (oder wie sonst als zustimmend ist das Schweigen zu beurteilen? Sonst wird sich doch auch mit jeder Ethnie solidarisiert…
    Der Antisemitismus (von sekundär: „Goldmann-Sachs-Gang“, personalisierte Kapitalismuskritik, uvm) wird meines Eindrucks nach immer offener. Kann auch Diether Dehm liegen, der ja auch ungeschoren von „Mossad-Agenten“ sülzen kann, wenn er den wahren Feind (nämlich innerhalb und außerhalb der Partei: die „Antideutschen“) auszumachen gedenkt und Querfrontbestrebungen nur allzugern und selbstverliebt betreibt („Bandbreite“, auch gern: Hamas als sozialer Bündnispartner). Kein Wunder: Wer immer noch an die Dimitroff-These glaubt, ist halt ein ein Demagoge, der seinen Nationalbolschewismus mit den Ängsten vor einem „neuen Faschismus“ versucht zu legitimieren. Das Schöne ist aber: Dieser Kasper nimmt sich wichtiger als was er in Wirklichkeit ist: eine alt gewordene Diva. Interessiert doch draußen (außerhalb des Kopfes von DD) keine Sau, was der so macht (kennt ihn doch eh kaum einer).

  41. bremer interessierter sagt:

    Was meint denn die Bremer Rosa Luxemburg Stiftung und deren neuer Mitarbeiter Norbert Schepers zu diesem Thema. Wäre doch mal eine Aufgabe, gegen den Antisemitismus in der Bremer LINKEN anzugehen. Und dass Christoph Spehr und der Landesvorstand das absurde Gebaren von Teilen der Online-Redaktion nicht unter Kontrolle hat, das weiss jedes Kind. Gähn.

  42. Bremer sagt:

    Dieses „Palästina den Palästinensern“ ist für mich genauso reaktionär wie „Deutschland den Deutschen“.

  43. roskar sagt:

    „sicher wird die illustre runde…“ herrlich formuliert und so treffend. da capo

  44. mb sagt:

    nun, der name des genossen steht da noch so. die akl ist auch teil der partei in bremen. von daher wird sich der landesverband, unsichtbare distanzierung hin oder her, diese veranstaltung eines teils seines parteikörpers anrechnen lassen müssen. ist ja nicht das erste mal, dass man sich von etwas distanziert, es aber trotzdem geschehen lässt. scheint in diesem zusammenhang eine bremer spezialität zu werden.

  45. dudel sagt:

    Es gibt einen Beschluss des Landesvorstands,

    dass sich der Vorstand deutlich von der VA distanziert,
    dass Herr Hundt den Titel „Online-Redakteur DIE LINKE Bremen“ in diesem Zusammenhang nicht führen soll,
    dass der Termin weder auf der Webseite des Landesverbandes angekündigt noch nachträglich darüber berichtet wird.