[Update] Mitgliederwerbung durch mehr nackte Haut?

901623_580445341974115_263742089_oDass sich eine bunte Brause besser verkauft, wenn sich eine leichtbekleidete Bikinischönheit damit ihren Durst stillt, dürfte eine – bedauernswerte – kapitalistische Binsenweisheit sein. Dass sich die Attraktivität der Partei Die Linke für Neumitglieder und Wähler in überschaubaren Grenzen hält, sollte mittlerweile auch bei den überzeugtesten Parteigängern angekommen sein. Ob die Verknüpfung beider Sachverhalte dann allerdings zu den Ergebnissen führen muss, die derzeit im sozialen Netzwerk Facebook präsentiert werden, ist doch mehr als fraglich.

Ganze sieben – vorwiegend männliche Genossen – haben sich zusammengefunden, um unter dem Titel “DIE LINKE.Égalité Fraternité” für die Partei zu werben. Ob es der selbsterklärten feministischen Partei aber tatsächlich hilft, dass sich ihre jungen Genossinnen leicht bekleidet neben dem Logo räkeln, dürfte man wohl eher verneinen. Eine Partei, die Brüderles “Dirndl-Affäre” zum Anlass genommen hat, gegen den immer noch allgegenwärtigen Sexismus in der bundesrepublikanischen Gesellschaft zu agitieren, sollte hier mehr Fingerspitzengefühl beweisen. Auch wenn die alten Herren und ihre juvenilen Helferinnen es sicher nur gut gemeint haben. Noch ist Die Linke keine tropisch duftende Seife, die mit mehr oder weniger nackter Haut um Anhänger buhlen muss.

Update:
Nach heftigen Protesten innerhalb des Netzwerkes Facebook und dem Eingreifen von Verantwortlichen aus der Parteizentrale ist die besagte Gruppe seit dem Osterwochenende nicht mehr existent. Auch eine zugehörige Webseite, die von einigen Genossen frequentiert wurde, ist mittlerweile abgeschaltet. Ob es sich tatsächlich um eine Aktion aus der Mitgliedschaft handelt, bleibt vermutlich unbeantwortet. Die als Seitenbetreiber mit aufgelisteten Genossen wollen nichts von den Aktivitäten gewusst haben. Dass aber etliche Linke wochenlang auf der Seite aktiv waren ohne die Umstände zu hinterfragen, lässt erahnen, wie anfällig die Parteibasis für solch populistische Aktionen ist. Einer der, seinen Aussagen nach ohne Zustimmung, als verantwortlicher Mitbetreiber bei Facebook aufgeführten Genossen erklärt dazu: “Am Anfang war diese Gruppe auch durchaus fortschrittlich. Viele Beiträge sind auch heute noch o.k. Aber da kommen auch Beiträge, die diametral zur Programmatik der Linken gegenüber stehen.”
(mb)

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