Das Karnickel heißt Leidecker! MdB Dittrich erleidet Niederlage im eigenen Wahlkreis

Wie bereits berichtet, hatten am gestrigen Montag die Mitglieder der Linkspartei in Hannover über ihren Direktkandidaten im Wahlkreis Hannover Süd zu entscheiden. Auf der Sitzung mit achtzig anwesenden Genossinnen und Genossen setzte sich der politisch erfolglose Geschäftsführer der ehemaligen niedersächsischen Landtagfraktion, Jörn-Jan Leidecker, knapp gegen die amtierende Bundestagsabgeordnete Heidrun Dittrich durch. Erst im zweiten Wahlgang fiel dabei die Entscheidung, da beide Kandidaten im ersten Wahlgang nicht in der Lage waren die erforderliche absolute Mehrheit zu erzielen. Viele der stimmberechtigten Parteigänger verweigerten sowohl Leidecker als auch Dittrich die Gefolgschaft.

Überraschungskandidat Leidecker verdankte seine Wahl einem Bündnis aus Mitgliedern des örtlichen FdS und der linksreaktionären Politsekte Marx21. Zünglein an der Waage war dann auch der ehemalige Mitarbeiter Dittrichs, Oliver Klauke. Marx21 Anhänger Klauke, der es wegen Spuckattacken gegen Genossen schon zu trauriger Berühmtheit in der örtlichen Presse gebracht hat, war unter unrühmlichen Umständen von Dittrich entlassen worden. Mittlerweile wird er dem Umfeld von Diether Dehm zugerechnet. Wegen diverser Auffälligkeiten gilt Klauke in seiner Basisorganisation eigentlich als isoliert.

So ging verbandsintern das Gerücht um, dass er seine Lebensgefährtin, eine Parteigenossin, körperlich bedroht hätte. Die Genossin, die auf der gestrigen Sitzung offensichtlich auch Leidecker unterstützte, sah sich daher genötigt kurz vor der Wahlveranstaltung eine Mail zu Gunsten ihres Lebensgefährten über den Kreisverbändeverteiler zu streuen. Dort bezichtigt sie Genossen und Ex-Genossen gezielt Lügen über Klauke zu verbreiten. Nach Aussagen Julia Richters soll sich insbesondere das ehemalige Mitglied der Partei Birigt Hundrieser an einer Kampagne gegen Klauke beteiligt haben. Zum Beweis fügt sie eine Mail an, in der sich Hundrieser darüber empört, dass Richter eine Anzeige gegen Klauke wegen häuslicher Gewalt zurückgezogen haben soll. Ob es eine solche Anzeige gab, lässt Richter allerdings offen.

Derlei menschliche und allzu menschliche Possen spiegeln die im Kreisverband vorherrschende “politische” Atmosphäre nur zu gut. Rein persönliche Zweckbündnisse dominieren den politischen Alltag in Hannover. Da können reaktionäre Politsekten mit der Resterampe der Refomsozialisten fröhliche Karriereseilschaften schmieden. Im Zweifel hält der Bundesverband der Reformsozialisten schützend seine Hände über den Raubbau eigener innerparteilicher Positionsbestimmungen. So wird das gestrige Trauerspiel auch zu einem Spiegel des Scheiterns reformpolitischer Akzentsetzungen im Westen.

Wenn der Demokratische Sozialismus in der Linken nur als Klüngelclub mit den Ewiggestrigen vernutzt wird, hat sich diese Plattform überlebt. Interessant ist nur, dass Leidecker offensichtlich keine politische Anschlussverwendung in Partei und Stiftung gefunden hat und daher Gefälligkeitsarbeiten für seinen alten und neuen Herrn ausführen muss. Es wird mit Sicherheit ein Auge darauf geworfen werden müssen, bei wem Klauke und Leidecker nach der Bundestagswahl politisch anheuern.
(twak)

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