Wahlkreisk(r)ampf die Zweite: Klauke Reloaded

Am Abend des 15. April 2013 gehörte er zur Unterstützertruppe Leideckers. Nun ist er wieder im Mittelpunkt des Kreisverbändeverteilers der Linken Niedersachsen. Der Streit um den Marx21 Aktivisten Oliver Klauke, wirft seit einigen Tagen ein bizarres Schlaglicht auf die Zustände der Partei Die Linke in Hannover und Niedersachsen.

Am Tag der Aufstellung der Direktwahlkandidaten für den Wahlkreis 42 hatte der Vorsitzende der Basisorganisation Linden Limmer in einer Mail darauf hingewiesen, dass besagter Klauke zur Demobilisierung der Anhänger von Heidrun Dittrich beigetragen würde und die Anhänger von Dittrich als, so wörtlich, „kriminelle Bande“ dargestellt hätte.

Das Ergebnis dieser Aktion soll, so Frank Pharao, die Nichtteilnahme mehrere Mitglieder besagter Basisorganisation auf der Wahlversammlung gewesen sein. Der geringere Vorsprung, mit dem Leidecker seine Aufstellung erreichte, erzeugt bei nicht Wenigen nun einen bitteren Nachgeschmack. Kann Pharao seine Aussage beweisen, so hätten politisch bedenkliche Methoden Leideckers Wahlerfolg gegebenenfalls begünstigt.

Diesen Eindruck verstärkt nun Klauke selbst, der über den Verteiler eine Richtigstellung versandt hat. Auffällig ist, dass sich Klauke nicht gegen die von Pharao erhobenen Vorwürfe wehrt, sondern lediglich richtigstellt, dass er nicht hauptamtlicher Mitarbeiter der Landesgruppe der niedersächsischen Bundestagsabgeordneten ist. Dies hatte Pharao behauptet.

Klauke kann aber noch mehr berichten. So stellt er fest, dass es nicht zu einer Einstellung bei besagter Landesgruppe kam, weil gezielte Verleumdungen dazu geführt haben, dass er bei der Jobvergabe nicht berücksichtigt worden war. So sei das Gerücht gestreut worden, er wäre als Gewalttäter gegenüber Frauen auffällig geworden. Zwei Abgeordnete hätten daher die Arbeitsgemeinschaft verlassen und so die Finanzierung der Stelle verhindert. Daher sei Klauke weiterhin arbeitslos.

Diese Mail veranlasste nun die niedersächsische Bundestagsabgeordnete Dorothée Menzner zu einer parteiöffentlichen Stellungnahme. Menzner stellt darin fest, dass es Irritationen über Nachrichten betreffend Klauke gegeben hätte. Die Abgeordneten der Landesgruppe hätten sich auch nicht auf ein Verfahren zur Klärung dieser Irritationen verständigen können. Trotzdem sei nach Kenntnisstand Menzners ein Vertrag mit Klauke abgeschlossen worden. Dass dieser Vertrag nicht rechtswirksam sei, so die Bundestagsabgeordnete weiter, höre sie zum ersten Mal.

Für außenstehende Beobachter ist dies alles sehr verwirrend. Vielleicht sollte Jutta Krellmann, die in der Landesgruppe für die Dienstverhältnisse zuständige MdB und gleichzeitige Gewerkschaftsfunktionärin, dem Genossen Klauke einfach mitteilen, ob und wenn nein, warum er keinen Arbeitsvertrag erhalten hat.
(twak)

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One Response to Wahlkreisk(r)ampf die Zweite: Klauke Reloaded

  1. Claudia Rottenmeier sagt:

    Nun, mit Wörtern wie “kriminell” wird in der Bolli gerne um sich geschmissen, dass ist fester Bestandteil ihres Vokabulars. Da nimmt sich keine Seite nichts, auch der BO-Vorsitzende redet gerne und laut von “kriminell”, ohne sich bewusst zu sein, wie solche Verbalinjurien auf Personen wirken, die mit der Rechtspflege beschäftigt sind.

    Der Vorwurf, es wären Personen der Versammlung ferngeblieben, weil Anhänger von Dittrich als “kriminelle Bande” bezeichnet wurden, ist einfach lächerlich. Richtig ist vielmehr, dass die meisten Leute einfach keine Lust mehr auf diesen Bolli-Haufen und ihrem Stresspotential haben. Die Ex-BO-Vorsitzende hat es ja auch vorgezogen, lieber in die BO Nordstadt zu wechseln, weil einfach die Leute angenehmer sind.

    Man sollte sich überlegen, ob überhaupt noch Rechtskategorien für die Bolli-Mitglieder anwendbar sind, oder nicht eher medizinische Begriffe – wie Gruppenpsychose – zur Situationsbeschreibung beitragen würden.