Reaktionen zur Berichterstattung über “Die Bandbreite”

Die Planung der Partei Die Linke, dass die umstrittene Band “Die Bandbreite” im Bundestagswahlkampf in Niedersachsen eingesetzt werden könne, hat in den vergangenen Tagen zu einigen Reaktionen in der Presse und der Beteiligten geführt. Im “Neuen Deutschland” berichtet Johanna Treblin unter der der Überschrift “Volle Bandbreite – Duisburger Band bietet Wahlkampfhilfe von Rechts nach Links” darüber, dass die Band mit ihrer Mischung aus Deutsch-Pop und Hip-Hop auch Anschluss in der rechten Szene findet. Unterstützung fände “Die Bandbreite” unter anderem bei Jürgen Elsässer, der sie als “die erfolgreichste Band der Wahrheitsbewegung” bezeichnet.

Christina Hebel und Björn Hengst titeln dazu im Spiegel: “Linken-Spitzenkandidat macht sich für frauenverachtende Band stark”. Trotz ihrer Texte, die amerikafeindlich, sexistisch und frauenverachtend seien, würde der Spitzenkandidat und Wahlkampfleiter in Niedersachsen, Diether Dehm, die Band derzeit gegen massive innerparteiliche Kritik verteidigen. Auch die Landesspitze der Partei sei verärgert. Der Spiegel zitiert dazu aus einer Mail der Landesvorsitzenden und Landeswahlkampfleiterin Sabine Lösing: “So ein mieser sexistischer und menschenverachtender Text wie etwa ‘eingelocht’ ist mir selten untergekommen”. Die Bemühungen die Band von der Empfehlungsliste zu streichen sind aber momentan noch erfolglos, da Dehm “Die Bandbreite” ganz anders bewerte. Er führt an, so der Spiegel, dass die künstlerische Freiheit kein Gut sei, dass man “einfach mal ausser kraft setzt”. “bandbreite aber jetzt streichen, ist mit mir nicht zu machen und bringt nichts und nur eine kontroverse vor der wahl”, wird Dehm im Spiegel weiter zitiert.

Auf seiner eigenen Webseite veröffentlicht Dehm dazu noch den Text eines Interviews mit der ND-Redakteurin Johanna Treblin. Darin versucht er das Spannungsfeld zwischen “Ablehnung und künsterlischer Freiheit” aufzulösen. Die umstrittene Liste sei danach keine Empfehlungsliste, sondern “nur eine von zahlreichen Adressenlisten von Künstlern, die sich uns in den letzten Jahren angeboten hatten”. Dies sei mit einer Empfehlungsliste verwechselt worden. Bislang sei “Die Bandbreite” auch noch nicht aufgetreten. “Die Bandbreite” sehe sich selbst als Teil der Friedensbewegung und als antifaschistisch. Zudem stehe er nicht “pauschal hinter irgendeiner Band” und habe auch nicht dazu aufgefordert, “dass diese Band im Wahlkampf auftritt.” Allerdings sei er auch in diesem Fall für die Freiheit der Kunst. Denn “Zensur und Verbote gelten für mich – mit Bertolt Brecht – einzig und allein gegen faschistische Inhalte”, so Dehm.

“Die Bandbreite” selber wird auf ihrer Internetseite deutlicher. “Nein, das ist so nicht richtig …”, sei von ihnen jetzt öfter zu hören, weil wieder einmal die Fakten verdreht würden. Im Gegensatz zu den Aussagen Dehms gehen sie davon aus, dass sie “von Dr. Diether Dehm (MdB Die Linke) auf eine Liste von Bands gesetzt wurden, die er der Linkspartei in Niedersachsen empfiehlt, um den Bundestagswahlkampf der Partei kulturell zu unterstützen.” Ihre kritisierte Zusammenarbeit mit der rechten Partei “Neue Mitte” sieht “Die Bandbreite” relativ entspannt. Der Bundesvorsitzende dieser Partei, Christoph Hörstel, “arbeitet sogar sehr aktiv mit Mitgliedern der Linkspartei im Bundestag zusammen.” Ein Einzug der “Neuen Mitte” und der Linken in den Bundestag würde “endlich einmal wieder zu einer konstruktiven Debatte führen – abseits von der Einflussspähre transatlantischer Thinktanks.” Der Text endet mit einer deutlichen Selbsteinschätzung und einer ebenso deutlichen Verortung der Kritiker: “Nein, wir sind keine Rassisten, Antisemiten, Schwulenhasser und was unseren rechten Maulwürfen in der linken Szene noch so alles einfällt.”
(mb)

Dieser Beitrag wurde unter BTW 13, Gegen Rechts, LINKE, Niedersachsen, Presseschau veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Responses to Reaktionen zur Berichterstattung über “Die Bandbreite”

  1. Pingback: Vegane Powerfrauen – Ein Podium für die Querfront