Linke fordert europaweites Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit

Der geschäftsführende Parteivorstand der Partei Die Linke hat am heutigen Abend eine Erklärung veröffentlicht, in der sich das oberste Führungsgremium der Partei für ein europaweites Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit und eine Ausbildungsplatzabgabe für deutsche Unternehmen ausspricht. Damit reagiert man auf Presseberichte des heutigen Tages, die den Sozialisten vorwarfen, dass sie einen Vorrang für deutsche Jugendliche vor Arbeitsuchenden aus dem Ausland bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen vertreten würden.

Anlass dieser Berichte war ein Gespräch der Partei- und Fraktionsvize Sahra Wagenknecht mit der “Welt”. “Bevor wir die Talente aus anderen Ländern abwerben, müssen wir eine Ausbildungsoffensive in Deutschland starten und die verlorene Generation ausbilden”, so Wagenknecht laut der “Welt”. Der Vorschlag ausländischen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz in Deutschland anzubieten sei “eine Ohrfeige für Hunderttausende junge Menschen, die in Deutschland leben und von denen viele nie eine Chance bekommen haben.”

Auch innerparteilich waren diese Äusserungen scharf kritisiert worden. So sagte Dietmar Bartsch, Fraktionsvize und Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, gegenüber der “Mitteldeutschen Zeitung“: “Wir werden nicht arbeitslose Jugendliche in Griechenland, Spanien und Deutschland gegeneinander ausspielen”. In der gleichen Zeitung wurde auch der Aussenpolitiker Stefan Liebich mit den Worten zitiert: “Ich verstehe jeden Südeuropäer, der wegen der deutschen Kürzungspolitik daheim keine Perspektive sieht. Deswegen kämpfen wir dagegen, freuen uns aber auch über jeden, der hier leben und arbeiten will. Die Linke ist für offene Grenzen.”

Der Fraktionsvorsitzende und Berliner Spitzenkandidat Gregor Gysi äusserte sich in einem Kurzbeitrag auf Facebook. “Natürlich muss uns jeder junge Mensch, der bei uns lernen und arbeiten möchte und kann, willkommen sein.”, so Gysi. Der jetzt in einer Telefonkonferenz gefasste Beschluss nimmt diese Aussage Gysis auf und betont, dass Die Linke “für ein Europa mit offenen Grenzen” ist. “Jeder und jede, die will, soll nach Deutschland kommen können, um hier eine Arbeit, ein Studium oder eine Ausbildung zu beginnen. Das ist ein verbrieftes Recht, das wir nicht nur verteidigen sondern ausbauen wollen.”, heisst es in der Erklärung weiter.
(mb)

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