Landesvorsitz in Thüringen heiss begehrt

Im November soll ein Landesparteitag in Suhl über die neue Führungsspitze der Linken in Thüringen entscheiden. Der bisherige Landesvorsitzende Knut Korschewsky wird nicht wieder antreten. Dies hatte er bereits kurz nach seiner Wiederwahl vor zwei Jahren erklärt. Um Ende September eine Basiskonferenz in Weimar zur Vorstellung der Bewerber um seine Nachfolge organisieren zu können, wurden Kandidaten gebeten, ihre Bewerbung bis Ende August einzureichen. Es zeichnet sich bereits ab, dass die Delegierten die Auswahl zwischen mehreren potentiellen Landesvorsitzenden haben werden.

Bereits Ende letzter Woche wurde bekannt, dass Susanne Hennig sich als Landesvorsitzende bewerben wird. Die Landtagsabgeordnete, die 2009 einen Wahlkreis in Erfurt direkt gewinnen konnte, möchte den Verband als Teil eines deutlich verjüngten Führungsteams in die Zukunft führen. Dazu gehören, nach Presseberichten, der bisherige stellvertretende Parteivorsitzende Sandro Witt, die Landesgeschäftsführerin Anke Hofmann und der Schatzmeister Holger Hänsgen. Der ehemalige Landtagsabgeordnete Steffen Dittes soll als weiterer stellvertretender Parteivorsitzender die Führungsmannschaft von Hennig komplettieren.

Auch der Hildburghausener Bürgermeister Steffen Harzer hat seine Bewerbung für den Landesvorsitz am Wochenende eingereicht. Harzer, der bereits im Landesvorstand und auch im Bundesvorstand der Linken sitzt, gilt als durchaus aussichtsreicher Kandidat und dürfte Hennig einen Durchmarsch an die Landesspitze zumindest erschweren. Als weiterer Bewerber wird Knuth Schurtzmann in der Presse genannt. Schurtzmann ist Vorsitzender der Fraktion “Linke/Grüne” im Kreistag des Saale-Holzland-Kreises und dürfte sich eher wenig Chancen auf den Landesvorsitz ausrechnen können.

Der neue Landesvorstand steht in Thüringen vor anspruchsvollen Aufgaben. So war der Führungsstil Korschewskys im Verband nicht unumstritten. Bei der Aufstellung der Landesliste zur Bundestagswahl folgten die Delegierten nicht seinen Personalvorschlägen und liessen die Wunschkandidatin für den Spitzenplatz durchfallen. Stattdessen wurde die Bundestagsabgeordnete Kersten Steinke auf den ersten Platz der Landesliste gewählt. Im Nachgang des Parteitages wurden dann Gerüchte laut, dass Korschewsky vorzeitig sein Amt aufgeben könnte.

Zudem stehen in 2014 in Thüringen wichtige Wahlen bevor. Im Mai sind das Europaparlament und Kreistage, Stadträte und Gemeinderäte zu wählen. Im Herbst folgt die Landtagswahl. Die Linke muss hier darum kämpfen weiterhin zweitstärkste Partei im Land zu bleiben. 2009 lag sie mit 27,4% noch weit vor der SPD und Fraktionschef Ramelow verhandelte, am Ende erfolglos, über ein Rot-Rotes Regierungsbündnis. Derzeit liegt die Partei in Umfragen um die 20%. Die in einer Grossen Koalition regierende Ministerpräsidentin Lieberknecht dürfte mit 41% für ihre CDU und 20% für die SPD als Koalitionspartner eine Fortsetzung der Regierung anstreben.
(mb)

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