Deutschland hat gewählt

Rund 62 Millionen Bundesbürger haben an diesem Sonntag über die Zusammensetzung des 18. Deutschen Bundestages abstimmen können. Die Wahlbeteiligung ist dabei leicht auf 71,5% gestiegen. Deutlicher Wahlsieger sind die Unionsparteien.

CDU und CSU kommen zusammen auf 41,5% und stellen damit zukünftig 311 Abgeordnete. Gegenüber 2009 ist dies eine deutliche Steigerung von über 7 Prozentpunkten. Damit bleibt Angela Merkel auch für die nächsten vier Jahre Kanzlerin. Allerdings wird sich die Union einen neuen Koalitionspartner suchen müssen.

Die FDP, die 2009 noch 14,9% erreichte, ist diesmal mit 4,8% an der Fünfprozent-Hürde gescheitert. Nach 64 Jahren gibt es damit erstmals einen Bundestag ohne die Freidemokraten, die auch mit 42 Jahren die längste Zeit aller Parteien in Regierungsverantwortung standen.

Nur leicht verbessern konnte sich die SPD. Mit 25,7% erzielt sie nach dem Absturz 2009 nun das zweitschlechteste Wahlergebnis seit 1949.

Die Grünen, der Wunschpartner der SPD für einen Regierungswechsel, konnten erwartungsgemäss ihre guten Umfragewerte der letzten 12 Monate nicht in ein entsprechendes Wahlergebnis umwandeln. Sie müssen Verluste hinnehmen und kommen nur noch auf 8,4%. Sie stellen damit die kleinste Fraktion im neuen Bundestag.

Drittstärkste Kraft ist Die Linke geworden. Mit 8,6% hat sie zwar 2,3 Prozentpunkte im Vergleich zu 2009 verloren, kommt aber immer noch in die Nähe des Ergebnisses des Jahres 2005. Die Fraktion verkleinert sich damit zukünftig von 76 auf 64 Abgeordnete. In Westdeutschland liegen die Sozialisten bei 6,7%, im Osten bei 21,2%. Der Verlust an absoluten Stimmen war im Westen mit über 1 Million im Vergleich zu 2009 fast dreimal so hoch wie im Osten. In Berlin konnten Gregor Gysi, Gesine Lötzsch, Petra Pau und Stefan Liebich vier der bisher 15 Direktmandate der Linken in Ostdeutschland verteidigen. Die rechnerische Möglichkeit eines Rot-Rot-Grünen Regierungsbündnisses besteht damit zwar weiterhin. Allerdings haben die Spitzen von SPD und Grünen diese Option am Wahlabend noch ausgeschlossen.

Die Alternative für Deutschland scheiterte mit 4,7% nur knapp an der Fünfprozent-Hürde. Sie konnte besonders von Wählern profitieren, die von der FDP und der Linken zur AfD wechselten. Auch ist sie im Osten deutlich über der Fünfprozent-Hürde. Mit der FDP, der AfD, den Piraten, die bei 2,2% liegen, und den Sonstigen, gehen damit 15,8% aller Stimmen an Parteien, die nicht im Bundestag vertreten sind.

Wahlergebnis mit Vergleich zur vorherigen Wahl
2013
Wahlbeteiligung: 71,5%
2009
Wahlbeteiligung: 70,8%
ParteiProzentZweitstimmenSitzeProzentZweitstimmenSitze
CDU34,1%14.913.92125527,3%11.828.277194
SPD25,7%11.247.28319223,0%9.990.488146
Linke8,6%3.752.5776411,9%5.155.93376
Grüne8,4%3.690.3146310,7%4.643.27268
CSU7,4%3.243.335566,5%2.830.23845
FDP4,8%2.082.305014,6%6.316.08093
AfD4,7%2.052.3720000
Piraten2,2%958.50702,0%847.8700

Historische Ergebnisse der Partei Die Linke und ihrer Vorgängerparteien im Wahlgebiet
BundestagswahlProzentin Ostin WestZweitstimmenSitze
20138,6%21,2%6,7%3.752.57764
200911,9%28,52%8,33%5.155.93376
20058,7%25,3%4,9%4.118.19454
20024,0%16,9%1,1%1.916.7022
19985,1%21,6%1,2%2.515.45436
19944,4%19,8%1,0%2.066.17630
19902,4%11,1%0,3%1.129.57817

Länderergebnisse der Partei Die Linke mit Vergleich zur letzten Wahl
Wahl 2013Wahl 2009
LandProzentZweitstimmenProzentZweitstimmen
Baden-Württemberg4,8%272.3077,16%389.637
Bayern3,8%248.8026,45%429.371
Berlin18,5%330.48120,23%348.661
Brandenburg22,4%311.32228,51%395.566
Bremen10,1%33.12214,28%48.369
Hamburg8,8%77.26511,18%99.096
Hessen6,0%188.6228,54%271.455
Mecklenburg-Vorpommern21,5%186.73729,0%251.536
Niedersachsen5,0%223.7888,58%380.373
Nordrhein-Westfalen6,1%582.7868,41%789.814
Rheinland-Pfalz5,4%120.3309,36%205.180
Saarland10,0%56.04221,18%123.880
Sachsen20%466.32124,48%551.461
Sachsen-Anhalt23,9%281.97932,38%389.456
Schleswig-Holstein5,2%84.0797,9%127.203
Thüringen23,4%288.59428,81%354.875
Gesamt (Ost)21,2%1.865.43428,52%2.181.132
Gesamt (West)6,7%1.887.1438,33%2.974.801
Gesamt (Bund)8,6%3.752.57711,89%5.155.933

Abgeordnete der Partei Die Linke nach Ländern mit Vergleich zur letzten Wahl
Wahl 2013Wahl 2009
LandAbgeordneteAbgeordnete
Baden-Württemberg56
Bayern46
Berlin65
Brandenburg56
Bremen11
Hamburg11
Hessen34
Mecklenburg-Vorpommern34
Niedersachsen46
Nordrhein-Westfalen1011
Rheinland-Pfalz23
Saarland12
Sachsen88
Sachsen-Anhalt56
Schleswig-Holstein12
Thüringen55
Gesamt (Ost)3234
Gesamt (West)3242
Gesamt (Bund)6476
2009: Von den 34 Abgeordneten aus Ostdeutschland konnten 15 ihren Wahlkreis direkt gewinnen

(mb)

Dieser Beitrag wurde unter BTW 13, Wahlergebnis veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.