Lafontaine ist zu Kompromissen für Rot-Rot-Grün bereit

Jetzt hat sich auch der ehemalige Linken-Vorsitzende Oskar Lafontaine in das Werben für eine Rot-Rot-Grüne Koalition eingeschaltet. In der “Süddeutschen Zeitung” vom heutigen Freitag fordert er SPD und Grüne auf, nach der Bundestagswahl an eine gemeinsame Regierung zu denken. “Grüne und Linke haben heute zusammen eine Mehrheit”, so Lafontaine. Schon 2005 habe man angeboten, dass Die Linke einen Kanzler der SPD wählen würde. Auch damals hätten die Sozialdemokraten abgelehnt. Gerade im sozialen Bereich sieht Lafontaine die grösste Übereinstimmung in den Wahlprogrammen von Linken, SPD und Grünen. Allerdings sei Die Linke auch zu Abstrichen, etwa in der Rentenpolitik, bereit: “Natürlich geht man für eine Koalition Kompromisse ein”.

Das schlechte Abschneiden der SPD nannte Lafontaine “ein trauriges Ergebnis für die einst so stolze Volkspartei”. Die jetzige Führung wolle gar nicht den Kanzler stellen, sondern allenfalls Minister am Kabinettstisch Merkel werden. Dem Wähler sei es deshalb nicht vermittelbar, warum er eine SPD wählen solle, die keine eigene Machtperspektive formuliere. “Vielleicht hätte ich SPD-Parteichef bleiben sollen. Einfach, um die Regierungspolitik weiter zu beeinflussen.”, folgert Lafontaine mit Blick auf seinen Rückzug 1999. Sein grösster Fehler sei es dabei gewesen, dass er Gerhard Schröder zum Kanzler gemacht habe.
(mb)

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