Martin Schirdewan setzt sich in Stichwahl um Platz 8 durch

1920838_255403001296064_1981875232_oDie Vertreterversammlung hat Martin Schirdewan auf den achten und damit vermutlich letzten aussichtsreichen Listenplatz gewählt. Mit der Besetzung dieses Listenplatzes ist die Luft raus dem Parteitag. Zwar haben sich die “Strippenzieher” aus den Ostverbänden weitgehend durchgesetzt. Die Nichtwahl von Heilig ist jedoch mehr als nur ein kleiner Rückschlag für die reformpolitischen Netzwerker, denn Heilig war auch inhaltlich der profilierteste Forumssozialist. Es bleibt fraglich, ob sich in der Gesamtbetrachtung der Hamburger Parteiberatungen eine Seite wirklich als Sieger fühlen darf. Zwar trägt das Programm nun eine reformpolitische Handschrift. Gleichzeitig ist in Bezug auf den Machtkampf in der Partei keine Entscheidungstendenz erkennbar. Wagenknecht war es bereits am Samstag auf dem Programmparteitag gelungen den Kopf aus der Schlinge einer drohenden politischen Niederlage zu ziehen. Mit der Wahl De Masis hat sie gezeigt, dass bei Personalentscheidungen, die ihr wirklich wichtig sind (sie hatte nur für De Masi interveniert), auch die geballte Abstimmungsmacht der östlichen Landesverbände, bzw. deren Delegationsführer, nicht ausreicht um ihre Dominanz auf Parteitagen zu brechen. Ob Wagenknecht überhaupt durch Stellvertreterkriege aus der Ruhe zu bringen sein wird, dürfte eine der Fragen dieser Parteitagung bleiben.

Auf Potemkin erscheint am Montag eine längere Einschätzung zum Parteitag und der Vertreterversammlung.
(jpsb)

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3 Kommentare zu Martin Schirdewan setzt sich in Stichwahl um Platz 8 durch

  1. Peter sagt:

    … gut erkannt !!

  2. Michael Wendl sagt:

    Unter dem Strich haben sich die EU-freundlichen Kräfte durchgesetzt. Die Nominierung von de Masi spricht nicht gegen eine solche Bewertung. De Masi hat seinen eigenen Kopf, auch wenn er bei Wagenknecht angestellt ist und er wird ihn benutzen, wenn er im Parlament ist. Wagenknechts Machtspiele sind das eigentlich Ärgerliche für die Linkspartei. In der Sache selbst hat sie mit diesen verknöcherten Antiimperialisten wie Gehrcke und Dehm doch nichts am Hut. Sie benutzt diese und deren Anhang nur, um gegen das FDS Gegenmacht aufzubauen. Wenn sie nach der Dogmengeschichte der Nationalökonomie eingeordnet wird, steht sie als Befürworterin der ordoliberalen Tugendlehre ideologisch eher an der Seite von Hans-Werner Sinn, Bernd Lucke, Starbatty u.a.. Dass sie aus dieser Sicht die Banken und Fonds scharf verurteilt, passt in dieses Schema von böser Finanzwirtschaft und guter Realwirtschaft. Da gibt es dann auch oberflächliche Analogien zu Lenins Kritik an der Finanzoligarchie und zu dessen Verherrlichung des Staatskapitalismus, aber das sind dann eher die die ideologischen Zugeständnisse an die vulgäre Linke, die auf so etwas noch abfährt.

  3. bremer sagt:

    Dann schaue man sich doch einmal der Wahlergebnis unter Berücksichtigung der von der Mandatsprüfungskommission festgestellten 533 Delegierten an. Die Anwesenheit war meist nur zwischen 80% und 90%. Schon in der DDR war Absentismus ein Problem.
    Quelle:
    http://www.die-linke.de/partei/organe/parteitage/europaparteitag-2014/bericht-der-mandatspruefungskommission/

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