Was macht eigentlich… Diether Dehm?

1920678_257507244418973_825883787_oSein alternativer Programmentwurf zur Europawahl hat den Parteitag der Sozialisten in Hamburg zwar nicht überlebt, ein kurzes Gespräch mit einer Pressevertreterin wird den Bundestagsabgeordneten und liedertextenden Frontmann der westdeutschen Linken allerdings noch länger in den Schlagzeilen der bürgerlichen Gazetten halten. Tritt er doch, will man den Äusserungen der Zeit-Journalistin Elisabeth Niejahr glauben, in die Fussstapfen Brüderles, der noch im letzten Jahr den totgeglaubten Herrenwitz wiederbelebte und damit einen Aufschrei der Empörung auslöste. So soll Dehm laut Niejahr ihr während eines Geplauders am Stehtischchen auf dem Parteitag die Frage gestellt haben, ob sie den Unterschied zwischen Onanieren und Geschlechtsverkehr kenne. Die Antwort konnte der in Ehren ergraute Vorkämpfer des Pazifismus und Feminismus angeblich auch postwendend liefern: „Beim Geschlechtsverkehr lernt man mehr Leute kennen“.

Kollegin Niejahr schwört Stein und Bein, dass diese, ihre, Darstellung der Wahrheit entspräche. Dehm, wie hätte man es auch anders erwarten können, weisst solch antifeministisches, gar sexistisches, Gedankengut weit von sich. Nie habe er diesen dümmlichen Witz gerissen erklärt er gegenüber der Presse. Er werde aber auch nicht gegen Niejahr vorgehen, die so ist seine Einlassung zumindest zu deuten, wissentlich Unwahres über ihn verbreitet. Nur treffen, nein, treffen werde er sich mit ihr sicher nicht mehr. Es ist zu vermuten, dass diese Rendezvous-Unwilligkeit auf Gegenseitigkeit beruht und auch Kollegin Niejahr keinen gesteigerten Wert auf ein weiteres „intimes“ Gespräch mit Dehm legt.

Bemerkenswert an dem Vorgang ist aber eigentlich, lässt man die möglichen schmutzigen Phantasien eines alternden Revoluzzers mal ausser acht, dass dieser Vorfall unter den Genossen eher wenig Anlass zu einem Aufschrei bietet. Ganz im Gegenteil. Waren die Linken im Falle Brüderle noch ganz weit vorne auf der Spitze der Empörungswelle und forderten, ganz im Sinne ihres feministischen Programmes, den Kopf oder andere Körperteile Brüderles und seiner Brüder im Geiste, sind sie nun ganz kleinlaut. Verständlich. Hat sich doch jetzt möglicherweise einer der Ihren als das geoutet, was man schon immer vermutete: Auch Sozialisten können ganz normale zotenreissende Lustgreise sein. Wenn dem aufmerksamen Zuschauer da ein Zitat mit Schweinen und differenzierter Gleichheit aus Orwells „Farm der Tiere“ einfällt, dürfte er nicht gänzlich falsch liegen. Und Brüderle könnte man einen Rat mit auf seinen weiteren Lebensweg geben. Falls er weiterhin weinseelig Herrenwitze zum Besten geben will, sollte er vorher in Die Linke eintreten.
(mb)

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