Kurz kommentiert: Ohne Rückgrat in den faulen Kompromiss

Da ist sie wieder: Die weltpolitische Ausgangslage, die die Retrolinke aus ihren Löchern kriechen lässt. In der Ukraine kämpfen freiheitsliebende Ethnorussen gegen vom internationalen Kapital gesteuerte Ukrainofaschisten. Israelozionisten töten Kinder in Gaza, nur weil deren Väter die Erben Zions mit völlig harmlosen Feuerwerkskörpern erfreuen wollen. Diese halluzinierte Ausgangslage reicht völlig aus, um in den Westverbänden der Partei Die Linke, den großen Schulterschluss zwischen rechten und linken analen Zwangscharakteren zu schließen. Alles was da nicht in die antiwestliche Liga gesellschaftlicher Randzonenbefruchter passt, wird dann noch in die Schablone der Kampfstiefelspringerpresse genagelt. Fertig ist das Weltbild, welches uneingeschränkt demoanschlussfähig ist, an die Welt von Hamas-Verharmlosern sowie den chronischen Israelhassern auf der rechten und linken Seite des Flusses namens Antisemitismus. Da passen dann auch Presseerklärungen der Bundestagsfraktion in die Gemengelage, die den barbarischen Abschuss eines Linienflugzeugs über dem Krisengebiet der Ostukraine, gnadenlos dafür nutzen, mehr oder wenig unterschwellig, erneut einseitige Schuldzuweisungen über die Konfliktlage zu transportieren. Zivile Opfer scheinen immer am geeignetsten für die eigene Propaganda zu funktionieren. Insbesondere bei den Putin-Verstehern.

All das ist Heute unter dem Dach der Linken möglich. Und bei ehrlicher Betrachtung, das war es auch Gestern schon. In einigen Wochen sind diese Sachen wieder vergessen. Die Toten in der Ukraine interessieren nicht mehr, im Gazastreifen wird es einen neuen brüchigen „Frieden“ geben. Und vielleicht interessiert sich in der Bundesrepublik auch erneut niemand mehr dafür, dass Die Linke mal wieder ihre bedauerliche Janusköpfigkeit beim Thema Israel und einer verantwortungsvollen Außenpolitik gezeigt hat.

Zum Glück werden auch die dürftigen Appelle des Bundesgeschäftsführers Matthias Höhn vergessen sein, der sich zwar über seine irrlichternden Parteikollegen empört, aber ansonsten völlig unfähig sein wird, Herr im eigenem Haus zu sein. Seine Vorsitzende scheint sich ja ohnehin derzeit mehr um ihr persönliches Image, als um das Erscheinungsbild der Partei zu sorgen. Solange die Umfragewerte stabil um 9 Prozent liegen, darf in der Linken jeder machen was er will. Die politische Klasse der Partei kennt die Hand welche sie nährt. Was gelten da schon Grundsätze. Und so wirken die Empörungstänzchen zwischen den Flügelvertretern wie einstudiert. Mit Verlaub: Sie langweilen.

Wie glaubwürdig ist aber eine Partei, die ständig wehrtet den Anfängen schreit und selber ständig Kompromisse mit diesen Anfängen macht: Genau! Völlig unglaubwürdig!
(jpsb)

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