Was war da los Herr Oliver Klauke? Mitarbeiter des linken Bundestagsabgeordneten Diether Dehm bestellt auf Montagmahnwache in Hannover Grüße im Namen der gesamten Bundestagsfraktion!

Am Montag, dem 20.10.2014, einem herbstlich nasskalten Tag in Hannover, kam es zu einem Ritual, an das sich die Passanten in der Landeshauptstadt bereits gewöhnt haben. Chronisch gelangweilte Apokalypseapostel der sogenannten Mahnwachen für den Frieden ließen es sich zum nunmehr 29. Mal nicht nehmen, ihre frohe Endzeitbotschaft unter das komplett desinteressierte Volk zu bringen. Neben dem üblichen Hinweisen, dass das Ende nah sei und einer erstaunlich großzügigen Verständnislage für Krimannektierer Putin, gesellte sich im Verlauf des Abends dann eine von kurdischen und/oder jessidischen Mitbürgern geprägte Demonstration den bis dahin völlig marginalisierten Mahnwichteln hinzu. Im Schlepptau hatte diese Truppe illustres Personal der örtlichen Partei Die Linke zu bieten.

Neben Sabine Daniels, immerhin Mitglied des Kreisvorstandes, wusste sich auch Demonstrationsveteran Oliver Klauke mit Palästinensertuch in Szene zu setzen. Mit der simplen These „Merkel finanziert und die ISIS bombardiert“ gab Klauke eine stimmige und simple Erklärung für die komplexe Situation im laufenden syrischen Bürgerkrieg ab. Agitationsalgorithmen, die einfach immer passen und auch nicht zum Nachdenken anregen sollen.

Von diesem propagandistischen Erfolg scheinbar übermannt, wusste Klauke dann Interessantes zu berichten. Nicht allein für seinen Herrn und Meister, den Bundestagsabgeordneten Diether Dehm, wurden im Umfeld der Mahnwache Grüße an die Beteiligten gesendet, mehr noch steigerte sich Klauke in eine grüßende Postulationsfähigkeit für die gesamte Bundestagsfraktion hinein.

Schön ist es in einer Linken zu sein, in der ein noch so bescheidener Mitarbeiter eines Bundestagsabgeordneten per Selbstermächtigung plötzlich für die ganze Fraktion einer Partei sprechen kann. Einer Partei allerdings, deren Parteivorstand sich ausdrücklich von jeglicher, auch mittelbaren, Unterstützung der Wahnwichtelei per Beschluss distanziert hatte. Weniger schön ist es in einer Partei zu sein, in der die Geschäftsführung der Bundestagsfraktion den eigenen Laden scheinbar nicht im Griff hat. Denn allzu offensichtlich kann einfach Jeder nach Lust und Laune machen was er will und Fraktionsgrüße auch da übermitteln, wo sie schlichtweg unangemessen und politisch schädlich sind.

Und die protestierenden Gegner der IS? Die sollten sich lieber Fragen, welch schlechter Ratgeber sie dahingehend Irre geleitet hat, ein Forum für ihr Anliegen zu suchen, mit dem sie sich als Teil des notwendigen zivilgesellschaftlichen Engagements gegen religiös motivierten Extremismus politisch ins Abseits manövrieren. Immerhin wurde dieser bizarre Auftritt der linken Freizeit- und Möchtegernpolitiker auf „Youtube“ für die Nachwelt erhalten und wirkt so auch nachhaltig im politischen Raum weiter.
(jpsb)

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