fds-Veranstaltung in Hannover: Keine Handbreit den neurechten Endgamern

++Ditfurth und Agu demaskieren Endgame als Querfrontprojekt. Dehm-Freunde rasten aus!++
Die reformsozialistische Strömung in Hannover und Niedersachsen hat die Aufklärung über die verschiedenen Projekte und Strategien neurechter Ideologen bekanntermaßen seit dem letzten Jahr zum Markenkern der eigenen politischen Aktionslinie entwickelt.

Folgerichtig hatte der örtliche Kreisverband des Forum demokratischer Sozialismus (fds) in der letzten Woche zu einer Veranstaltung eingeladen, die den aktuellsten Ableger neurechter Organisationsstrukturen zum Gegenstand der politischen Auswertung machen sollte. „Endgame“, hinter diesem Kürzel verbirgt sich eine nationalrechte Organschaft um die vermeintliche Amerikanisierung Europas anzuprangern. Tatsächlich soll „Endgame“ eher die erschlafften Mahnwachen und die absehbar gescheiterten Friedenswinteraktivitäten in eine neue Organisationsform überführen. Genau diese „Endgamer“ hatten zu einer Demonstration in Hannover aufgerufen. Daher war es das Anliegen des örtlichen fds im Vorfeld dieser Demonstration über Zusammenhänge und Hintergründe aufzuklären.

Die Referenten der Veranstaltung, Christiane Agu und Jutta Ditfurth, berichteten kenntnisreich über die politischen Verflechtungen von Endgame mit neurechten Heilsverkündern und über den Versuch die Dekonstruktion moderner Zivilgesellschaften als neue Straßenbewegung von Unten zu inszenieren. Themen der PEGIDA-Bewegung sollen so an die Klientel der Mahnwachen und des Friedenswinters herangeführt werden.

Das fds Hannover mobilisierte in Zusammenarbeit mit dem UJZ Korn nicht von ungefähr gegen die Endgame-Veranstaltung. Denn insbesondere der niedersächsische Landesverband der Partei Die Linke, in dem der Bundestagsabgeordnete Diether Dehm es sich seit Jahren gemütlich eingerichtet hat, zählt zu den politischen Orten, in denen zumindest einige Genossinnen und Genossen das größte Verständnis für die Zusammenarbeit mit Mahnwachenaposteln, Friedenswinterkämpfern und nun mit den neurechten Endgamern entwickelt haben.

Kein Wunder: Dehm pflegt symbolträchtige Kontakte zu den Stars der „Szene“, wie etwa Lars Märholz oder Ken Jebsen. Und auch die Brechrapper von „Die Bandbreite“ tingeln mit dem nationalen Endgamern durch die Lande um ihre schlichten Gechichtsklitterungen unters „Volk“ zu bringen. Genau „Die Bandbreite“, die im letzten Bundestagswahlkampf noch auf der Liste des „Kulturwahlkampfes“ des Landesverbandes stand, bevor diese dann durch den Einsatz engagierter Genossen wieder rausflogen.

Da auch Agu und Ditfurth auf die Verwicklungen zwischen neurechten Tendenzen und linker „Spitzenpolitik“ aufmerksam machten, konnten schlussendlich einige auf der Veranstaltung anwesende Mitglieder der Partei nicht mehr das Wasser halten. Neben friedlichen aber empörten „Saalflüchtern“, wie etwa der ehemaligen Kreisvorsitzenden Agnes Hasenjäger, mussten einige linke Mitstreiter Dehms, insbesondere Landesvorstandsmitglied Andreas Brändle, eher unsanft aus dem Saal geleitet werden. Vorausgegangen waren dermaßen massive Störungen, dass ein Abbruch der Veranstaltung drohte und auch Sorge um die körperliche Unversehrtheit der Anwesenden bestand.

Diese Sorge spitzte sich zu, als das mit über zweihundert Antifaschisten gefüllte Auditorium von den politischen Auswürfen des Dehm Mitarbeiter Oliver Klauke erfuhr, der auf einer Mitgliederversammlung der Kreispartei den Gaza-Streifen als das Warschauer Ghetto unserer Zeit bezeichnet hatte. Ditfurth erklärte dazu auf einer nach der Veranstaltung auf sozialen Medien veröffentlichten Erklärung, dass solches eine klar antisemitische Zuspitzung sei. Klauke hatte offenbar unterschätzt, dass ihm seine eigenen Argumente vorgehalten werden würden. In Verkennung der Stimmung im Saal musste er jedoch davon überzeugt werden, dass seine Abwesenheit von der Veranstaltung nicht allein letzter nützlich, sondern ihm auch noch dienlich war.

Andere waren da intelligenter. Der den Mitgliedern der Facebook-Präsenz des Landesverbandes bekannte Mitstreiter Klaukes, Johannes Drücker, deutete die Stimmung im Saal besser. Als er vom Podium aus mit seinen persönlichen und politischen Internetausfällen gegenüber einer der Referentinnen konfrontiert wurde, verließ er lieber freiwillig den Saal. Der einzige Moment, der für Szenenapplaus fürs Dehmlager sorgte.

Trotz der Störungen der Veranstaltung muss diese als voller Erfolg für die niedersächsischen Reformsozialisten angesehen werden. Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Antifaschismus um die Landesvorsitzende Anja Stoeck hatte bereits im Vorfeld auf den nationalextremistischen Charakter von Endgame hingewiesen. Mitglieder der LAG waren im UJZ Korn zugegen. Es bleibt zu hoffen, dass sich nun auch der Landesvorstand der Partei Die Linke in Niedersachsen ganz offiziell von Mahnwachen, Friedenswinter und Endgame distanziert.
(jpsb)

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