Dietmars Dödel-Diplom

Was will uns die Springerpresse aktuell eigentlich mitteilen? Dass sie lieber Sahra Wagenknecht alleine an der Spitze der linken Bundestagsfraktion sehen würde? Dass Dietmar Bartsch zu blöd ist bis 44 zu zählen und einen Mitarbeiter benötigt um Anhänger von Gegnern zu unterscheiden? Oder das 44 Sozialisten problemlos in drei Kategorien erfasst werden können und jeder das linke Dödel-Diplom erhält, der diese Kategorien ansatzlos beherrscht?

Es erscheint in der Tat fraglich, ob aktuell mehr als drei Beutegmeinschaften im Bundesvorstand und der Fraktion ihr Unwesen treiben. Vor dem Hintergrund eines linken Dödel-Gate nimmt sich die Einteilung, die Bartsch vermeintlich vorgenommen hat, aber doch recht harmlos aus. Allein der nicht gerade als linker Feingeist bekannte Heinz Bierbaum, Bartschs Logik folgend eine Art Oberdödel, muss sich termingerecht in die Feder der Springerpresse defäktieren. Stichwortgeber für eine Gazette, die aktiv in den linken Machtkampf um die Fraktionsführung eingreift, weil sie dafür von Parteimitgliedern benutzt wird, die „die Welt“ regelmässig mit Interna aufmunitionieren. Diese sind bei genauer Beschau jedoch weder investigativ, noch sonst von journalistischen Nutzen.

Dass die Partei ein Schrotthaufen des Menschlichen ist, ist jedem bekannt, der mehr als nötig die Nähe zu ihr und einem nicht selten verkommenen Funktionärs- und Mandatsträgerstab gesucht hat. Derlei Zustandsbeschreibungen in der Presse sind nicht neu, weil die Partei sich nie aus der Schlangengrube eines von einer recht kleinen Elite beherrschten SED- und DKP-Nachfolgestadl hat befreien können.

Schlimmer als so manche Dödelei ist, dass aktuell in den Westverbänden an der Öffnung der Partei in rechtspopulistische Milieus gearbeitet wird. Hierzu war von den Dödel-Diplomern bisher aber kein Machtwort für notwendig erachtet worden. Die ganze Dödelei dient ja auch nicht dazu Prozesse zu dominieren, sondern der Versicherung, dass für das eigene kleine Planspiel die nötigen Mehrheiten stehen.

Wie es besser geht, das hat Genosse Tspiras gerade in Griechenland gezeigt. Der hat die Extremisten im eigenen Laden als das demaskiert, was sie sind: Spalterische Pausenclowns ohne Rückhalt bei den normalen Mitgliedern und den Wählern. Niemand will einen Sozialismus, der erkennbar in ein mehr an Unfreiheit münden wird. Den gab es nämlich schon mal.

Es wäre schön wenn eines Tages statt „Zuverlässige“ eine echt nutzvolle Kategorie die Partei auf Trapp bringen würden. Dann müsste das „Z“ aber durch ein „R“ ausgetauscht werden: R für Reformer!
(jpsb)

Dieser Beitrag wurde unter Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, Kommentar, LINKE, Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht, Strömungen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar