Zum guten Schluss!

Werte Genossinnen und Genossen des fds-Bundesvorstandes,

ich möchte Euch hiermit über meinen Austritt aus dem fds informieren bzw. diesen mit diesen Zeilen kund tun.

An dieser Stelle nur so viel zu den persönlichen Beweggründen und zum Zeitpunkt des Austritts: Als Blogger habe ich den Deal um die neue Führung unserer Bundestagsfraktion stets kritisiert. Inhaltlich und mit offenen Visier. Sonntagsreden zu halten über eine emanzipative Linke und gleichzeitig mit geschichtsrevisionistischen Kasernensozialisten über die Zukunft dieser Partei zu schachern, empfinde ich als Verhöhnung und Kontradiktion eigener Ansätze. Für solche geschmacklosen Aufwertungen staatssozialistischer Ewiggestriger bedarf es keiner „Zweiten Erneuerung“ und keines Reformflügels. All das kann auch in den Hinterzimmern karrieregeiler Pöstchenjäger verhandelt werden.

Wer sich heute über Wagenknecht aufregt, sie aber gleichzeitig machtpolitisch aufwertet, treibt meines Erachtens ein verlogenes Spiel mit denen in der Partei, die davon träumen die Bundesrepublik in und mittels eines Mitte-Links-Bündnisses zu verändern.

Wer es wagt „Spitzenpersonal“ des Reformermilieus darauf anzusprechen, muss auf hektische und ausfallende Reaktionen nicht lange warten. So etwa den Originalton des Genossen Klaus Lederer auf einen harmlosen Facebook Kommentar: Da heißt es dann in seiner Reaktion „ich solle mich aus seinem Leben verpissen“ und ich würde ihn „ankotzen“. Zwar finde ich es immer wieder interessant, wenn die fassadenhaften Masken von Mandatsträgern fallen und sich der tatsächlich virulente Charakter von Spitzenpolitik zeigt. Ich möchte jedoch zumindest anmerken, dass ich nie Teil des Lebens von Klaus Lederer war und daher gar nicht sicher treffen kann, wie ich mich aus selbigen zu „verpissen“ vermag. Über eine Rot-Rote-Regierung in Berlin würde ich mich dennoch freuen. Freilich sollte der Genosse Lederer von Aufgaben im Bildungsbereich Abstand nehmen. Mit dieser gewalttätigen Sprache eignet er sich wohl kaum als Jugendvorbild.

Der zweite sehr aktuelle Vorgang, der mir zeigt, dass es Zeit ist der fleischgewordenen Farce eines Reformerflügels nicht mehr durch unnützen Mitgliederkadavergehorsam zur Verfügung zu stehen, war eine Veranstaltung unserer lokalen Hochschulgruppe mit MdB Jan Korte. Dort referierte Korte, der sich zu Beginn der Veranstaltung als bekennender „fdsler“ bezeichnete, fleißig die Thesen seines letzten ND-Artikels. Eine davon lautet, dass Politik wieder transparenter werden müsste und unter Einbeziehung der Menschen stattzufinden hätte.

Auf meine Nachfrage, wie sich sein Anspruch nach der Transparenz von politischen Beschlüssen mit der Hinterzimmerkungelei beim Bartsch-Wagenknecht-Deal vereinbart, gab es zunächst keine Antwort. Ich bin berufsmäßig darin geschult nachzufragen. Die dann entlockte Antwort fand ich kurios. Herr Korte bat mich nämlich bei meiner eigenen Strömung nachzufragen, wie es dazu kommen konnte, dass dieser Kuhhandel um die Fraktionsführung zu keinem Zeitpunkt vor oder nach der Entscheidung in irgendeinem Mitgliedergremium des fds diskutiert wurde. Wir erinnern uns, dass Korte sein Referat mit der Selbstpositionierung einleitete, dass er bekennender „fdsler“ sei.

Nicht nur das ich mich vor Leitungspersonal fürchte, welches schon wenige Minuten nach dem Beginn einer Veranstaltung sich nicht mehr bewusst ist welcher Strömung es angehört (meiner, deiner, irgendeiner), vielmehr hat das ganze Auftreten Kortes die völlige Sinnlosigkeit gezeigt mit Personen wie ihm in einer Strömung zu sein, die politische „Thesen“ postulieren, diese Thesen aber durch parteiinterne Machtpolitik selber ad absurdum führen.

Ich wünsche Euch und den anderen fds-Spitzenkräften in der Bundestagsfraktion noch ein schönes Restleben bei schmutzigen Deals mit HAMAS-Diether, Putins-Mädchen und Anti-Asyl-Oskar. Meine weitere Mitgliedschaft in der Ruine einer Reformertruppe wird dafür sicher nicht benötigt. Eine deutlich politischere und weitergehende Austrittsbegründung werde ich in Kürze auf Potemkin veröffentlichen.

Mit mediterranen Grüßen
Sanchez Brakebusch

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2 Kommentare zu Zum guten Schluss!

  1. twak sagt:

    Leider nicht nur Ost-Reformer sondern wie in NDS zu sehen ist auch West-Reformer mit einer scheinheiligen verlogenen subjektiven Karriereplannung … siehe Enrico Junghändel den Landessprecher des fds NDS

    http://www.potemkin-zeitschrift.de/2016/02/17/kommunalwahl-in-niedersachsen-linker-wahlkampf-mit-rechts/?fb_action_ids=10205287958828143&fb_action_types=news.publishes

  2. IM sagt:

    „und sich der tatsächlich virulente Charakter von Spitzenpolitik zeigt“

    Spitzenpolitiker erzeugen durch Ansteckung weitere Spitzenpolitiker?

    Bartsch spielt im neuen Duo eine klägliche Rolle, soviel stimmt.

    Das Problem ist denke ich folgendes: Die Treue zu Putin bildet die Brücke in der Außenpolitik von Ost-Reformern zu Wagenknecht.

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