Kurs halten!
(Oder die Geschichte einer Anmaßung, der “Mehrheit” ein Programm vorzugeben.)

Bald ist es soweit, wir geben uns ein Parteiprogramm!
Jetzt hat der “linke” Flügel der Partei mit prominenter Unterstützung “ein Programm für die Mehrheit” vorgelegt.

Kurs halten!? Beinhaltet diese Vorgabe nicht, dass andere Politikkonzepte in unserer Partei , als orthodoxe Sozialismusrezepte, versagt haben sollen? (Verlust der Regierungsbeteiligung in Berlin? , Anbiederung an den Politikbetrieb anderer Parteien?)

Ist man wirklich der Meinung, eine Mehrheit in der Partei strebt kompromisslos die komplette Übernahme der politischen Verantwortung an? Man braucht sich ja nicht um die “Meinungen” anderer zu kümmern, da man ja einen “Alleinstellungsanspruch” auf die Wahrheit hat!

Es darf bezweifelt werden, ob dies die Meinung der Mehrheit in der Partei ist. (Die übergroße Mehrheit ist nicht in Flügeln organisiert)

Auch ist es eine Frage, ob der Wähler eine Linke will, die in der politikverweigernden Schmollecke sitzt, oder eine Linke, die sich einbringt und, ja, auch koalitionsfähig ist, um die vielen Probleme in unserem Land, in Europa und in der Welt anzugehen.

Nach dem Zusammenbruch des Staatssozialismus, sind wir aufgebrochen einen Sozialismus “von unten” anzustreben, und nicht eine Partei zu etablieren, die sich selbst als demokratische Erfüllung ansieht, die nicht zu kritisieren ist. Dies ist schon einmal schief gegangen, weil Demokratie ein dauernder, dynamischer Prozess ist!

Ich habe den Traum von einer pluralistischen sozialistischen Partei, die im demokratischen Wettbewerb steht und immer wieder um Mehrheiten kämpft. Alles Andere wäre ein Albtraum!

Karl-Anton Plass

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4 Responses to Kurs halten!
(Oder die Geschichte einer Anmaßung, der “Mehrheit” ein Programm vorzugeben.)